CD: Clap Your Hands Say Yeah "Some Loud Thunder" (Wichita)
Indie-Perlen in rauer Schale

Clap Your Hands Say YeahLeicht machen es einem die fünf New Yorker mit ihrem zweiten Album nicht. Zwei Jahre nach ihrem sensationellen Debüt, dessen märchenhafte Erfolgsgeschichte nun zu genüge erzählt worden ist, lüften Clap Your Hands Say Yeah das Geheimnis, wie sie nach dem überraschenden Hype um ihren Indiepop-Sound wohl klingen würden. Seinen Eigensinn hat Alec Ounsworth, Frontmann und Songwriter der Band, jedenfalls nicht verloren. "Some Loud Thunder" ist schräg, absolut underground, und scheppert teils derart, daß man sich fragt, ob nun die CD oder die Boxen kaputt sind. Daß das so sein soll, hat die Band inzwischen bestätigt: Man wolle keine hübschen Popsongs schreiben, sondern herausfordern.

Das Ergebnis sind Popsongs, die mit soundtechnischen Ecken und Kanten versehen wurden, im Kern jedoch eine klare Fortführung dessen sind, was Clap Your Hands Say Yeah auf ihrem Debüt gemacht haben. Ein interessantes Beispiel für die ‚Entstellung' ihrer Songs bietet der Opener und Titeltrack, der bereits vor Veröffentlichung als Rohversion im Netz kursierte. Schmissig und relativ geordnet kam diese Version noch daher, während das Endprodukt mit schrill-verzerrtem Gesang und wummerndem Beat aufwartet.

Es ist schon verdammt mutig, seine Songs absichtlich sperrig zu gestalten, aber auch grundsympathisch. Bei Clap Your Hands Say Yeah stehen nach wie vor die Musik und die künstlerische Entfaltung ihrer Macher im Vordergrund. Ob das wohl der Grund dafür ist, daß die Band in den USA noch immer kein Label hat? Es wäre das falsche Signal, zumal "Some Loud Thunder" ein spannendes Album mit erstklassigen Songs ist.

"Some Loud Thunder"Zwangsläufig kommt beim hören Retro-Feeling auf - nicht nur wegen des Klangs. Stücke wie "Emily Jean Stock" oder "Mama, Won't You Keep Them Castles in the Air and Burning" tragen die Sixties in sich. Klassische B-Vocal-Harmonien treffen da auf verwaschene Percussions. Beim "Love Song No. 7" lassen gar die Beatles grüßen. Die erste Albumhälfte endet mit dem Burner "Satan Said Dance", der nunmehr an späte Siebziger, Disco und vor allem an die Talking Heads erinnert. Phil Spector winkt übrigens auf "Underwater (You and Me)", aber das soll es mit Einflüssen jetzt auch gewesen sein.

Alles in allem hat Ounsworth das Händchen für herausragende Indie-Perlen erneut selbst überzeugend unter Beweis gestellt. Clap Your Hands Say Yeah machen was sie wollen, und auf "Some Loud Thunder" machen sie es weiterhin gut.
bf

www.clapyourhandssayyeah.com

 

 

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