Konzert-Besprechung: Van Morrison
Köln, Tanzbrunnen (8. Juni 2002)
Juni 2002


Die Stimmung am Tanzbrunnen war ausgesprochen gut. Ein etwas schräger, aber interessanter Solo-Künstler plänkelte pünktlich ab 19 Uhr auf dem Klavier; es war bewölkt, sollte jedoch trocken bleiben. Dann, gegen 19 Uhr 50 die Überraschung: Morrison und Band kamen bereits auf die Bühne! Bald schon entstand der Eindruck, daß auch Van Morrison guter Laune war; spielte er doch größtenteils beschwingtes Material, teils Jazz-Klassiker. Das kann allerdings auch mit seinem Special Guest, nämlich Jazz-Legende Chris Barber zu tun haben, der sich souverän ins Zeug legte!

Neben einigen Songs seiner aktuellen CD "Down The Road" spielte Morrison auch alte Stücke, wie "Baby, Please Don't Go" und "Gloria" aus Them-Zeiten oder auch "Have I Told You Lately" in einer jazzigen Up-Tempo-Variante. Was fehlte, war das typische 'Morrison-Spirit'. - Höchstens mal ein korrekt vorgetragenes "Sometimes We Cry", sonst eher Unterhaltung. Die nächste Überraschung kam dann etwa 90 Minuten nach Konzertbeginn und einer Zugabe ("Gloria"): Die Bühne wurde abgebaut, mein kürzestes Van-Morrison-Konzert war zu Ende!

Hmm, da stand man und fühlte sich etwas verarscht, auch angesichts eines Preises von 35 Euro pro Karte. Und die Moral: Man kann Van Morrison einfach schlecht einschätzen! Zum Glück liegt der Tanzbrunnen direkt am Rhein, wo man anschließend noch einen viel zu kurzen Konzert-Abend ausklingen lassen konnte.
bf

 

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