CD-Tip: Herbert Grönemeyer "Mensch" (EMI)
September 2002
Vier
Jahre nach Veröffentlichung von "Bleibt alles anders" und
dem Verlust seiner Frau Anna, ist Grönemeyer wieder da. Was kann man erwarten?
Grönemeyer wollte seiner Linie treu bleiben und konzipierte eine inhaltliche
Mixture aus Themen, die ihn beschäftigen. Allerdings dominieren nicht
Wiedervereinigung ("Neuland") oder die Atomare Bedrohung ("Viertel vor"),
sondern Themen wie Liebe, Verlust und dessen Bewältigung.
Allein drei Stücke beschäftigen sich unmittelbar mit dem Tod seiner Frau
("Der Weg", "Unbewohnt", "Dort und hier"). Grönemeyer beweist sich wieder
mal als Balladenkönner. Mehr noch: Der Kenner weiß, daß er in seinen Songs
mehr verrät, als in jedem Interview. Und "Mensch" spricht eine klare Sprache...
Kompositorisch betrachtet hat Grönemeyer wieder zu alten Qualitäten zurück
gefunden -- und sie in neue integriert. Die Musik ist wieder Leidenschaft
und die Texte sind warm im Ohr. Der Hype ist nicht unberechtigt! "Mensch"
wirkt tiefer und zugänglicher als "Bleibt alles anders" oder auch "Chaos".
Dennoch hat Grönemeyer, wie auch schon 1998, mit dem Progammierer Alex
Silva zusammen gearbeitet, der hier ebenfalls ein respektables Ergebnis
geliefert hat.
Mit dem Album "Mensch" knüpft Grönemeyer endlich an seine Hochzeiten an
- nur gereifter.
bf
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