LIVE: Beirut (Hamburg, Docks, 03.05.2009)
Gefeiert wie ein Popstar


Beirut in Hamburg Es sah aus wie in Erwartung eines Superstars: Die ersten Fans kauerten bereits gegen 18 Uhr auf der regennassen Reeperbahn vor dem "Docks" - ganze drei Stunden, bevor Zach Condon und seine Band zu ihrem einzigen Deutschland-Konzert auf die Bühne traten. Als um 19 Uhr die Türen des ausverkauften Clubs geöffnet wurden, hatte sich schon eine große Menschentraube gebildet. Wie begehrt die Konzerte von Beirut sind, zeigte sich auch daran, dass die Leute aus ganz Deutschland, manche sogar aus dem Ausland, wie Österreich oder Irland, angereist waren.

Um 20 Uhr fiel der sinnbildliche Vorhang aber erst einmal für Brandon Bethancourt aka "Alaska in Winter". Bethancourt stammt nicht nur, wie Condon, aus Albuquerque, New Mexico, beide verbindet zudem die Zusammenarbeit auf Bethancouts Debütalbum, sowie die Liebe zur Elektronik. Und davon gibt es bei Alaska in Winter jede Menge. Ausgestattet mit iBook und einer halben Kleiderkammer, inszenierte Bethancourt eine eigenwillige Modenschau zu monoton stampfendem Beat und Livegesang. Dem gutgelaunten Publikum hats gefallen, und eine musikalische Nähe zu Zach Condons Soloprojekt "Realpeople" war unüberhörbar.

Als Beirut gegen 21 Uhr mit "Nantes" ihr Konzert begannen, brodelte der Saal, kreischten die Mädels, und die Menge feierte Zach Condon wie einen Popstar. Ein Vor oder Zurück war nun nicht mehr möglich. Bis zum Eingang standen die Fans wie in einer Sardinenbüchse.

Zach CondonUm den so begehrten Balkan-Pop des jungen Amerikaners in Szene zu setzen, war die Band mit Akkordeon, Kontrabass und Bläsersektion ausgestattet. Griff Condon selbst zur Trompete, brach konsequent Extra-Jubel aus.

Die Songliste des Abends enthielt annähernd alle wichtigen Stücke aus dem Beirut-Repertoire, darunter "Gulag Orkestar", "Nantes", "A Sunday Smile" oder "Elephant Gun". Die kollektiv geforderten Zugaben fielen nicht weniger hochkarätig aus: "After The Curtain" überzeugte in seinem aufgepeppten Live-Arrangement sofort, bevor "Siki Siki Baba", ein von Condon gerne gespielter Polka des Kocani Orkestar, die Stimmung noch mal zum sieden brachte. "Mount Wroclai" beendete dann einen zu Recht viel umjubelten Abend in Hamburg.
bf

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Bildquellen:
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