LIVE: The Brian Jonestown Massacre (Köln, 12.05.2010)
Newcombe bringt Hollywood nach Köln

Anton NewcombeFür die Fans der lebenden Underground-Legende „The Brian Jonestown Massacre“ sollte es ein besonderer Abend werden, als Mastermind Anton Newcombe und Band ihr 20-jähriges Bestehen im Kölner „Luxor“ feierten. Mit dabei war auch Gitarrist Matt Hollywood, der die Band erstmalig auf einer Europa-Tour begleitet. Dementsprechend gab es zwischendurch immer mal wieder eine Hollywood-Nummer im Programm, wie „Got My Eye On You“, „Not If You Were The Last Dandy On Earth“ oder das wunderbare „Cabin Fever“.

Anton Newcombe nahm auf der Bühne wieder seinen favorisierten Platz hinter der linken Lautsprecherbox ein. Je nach Blickwinkel ließ sich nur ein ins Bild huschender Kopf mit schweißnassen Haarsträhnen und wildem Blick erkennen. Obwohl Newcombe kürzlich erst das neue Album „Who Killed Sgt. Pepper?“ veröffentlicht hat, wurde daraus kein einziger Song gespielt. Stattdessen bekam man eine ordentliche Ladung erlesener Titel aus 20 Jahren Bandgeschichte geboten – die perfekte Best Of-Setlist: „Supersonic“, „Wasted“, „Sailor“, „Who“ oder „That Girl Suicide“, um nur einige zu nennen. Ein Highlight war sicherlich auch das ambitioniert dargebotene, rare „Hide and Seek“.

Geredet wurde nicht viel, und mit dem Publikum schon gar nicht. Es wurde sich lediglich kurz abgestimmt zwischen den Songs, was in Anbetracht einer achtköpfigen Besetzung wohl von Nöten war. Dann war von links ein „Ready?“ zu vernehmen, und die Show ging weiter. Immer weiter. Am Ende spielten Brian Jonestown Massacre im „Luxor“ rund zweieinhalb Stunden und beglückten damit ein zufriedenes wie hetreogenes Publikum zwischen Mittzwanzigern und Halbglatzen.

Matt Hollywood, Joel GionUnbeeindruckt, ja regelrecht gelangweilt wirkte hingegen Joel Gion, der Band-eigene Tamburinspieler und selbsternannter „Spokesman for the Revolution“. Er stand einfach nur mit versteinerter Miene da und rüttelte monoton einen seiner Schellenringe. Das nennt man wohl Minimalperformance...

Wer nicht live dabei sein konnte, sollte sich den 14. Juni vormerken, denn dann sendet der WDR Rockpalast ab 0:15 Uhr einen 90-minütigen Mitschnitt dieses Auftritts.
bf

Fotos: We're not gonna have pancakes, are we?, Quelle: Flickr.com

www.myspace.com/brianjonestownmassacre

 

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