Konzert-Bericht:
Herbert Grönemeyer
Köln, Kölnarena (15.11.02)
November 2002
Die ausgeprägten Live-Qualitäten des Herbert Grönemeyer wurden schon
oft und ausgiebig beschrieben. Und auch an diesem Freitag Abend in der
Kölnarena sollte er sie wieder unter Beweis stellen. Grönemeyer sprudelte
vor Energie und hauchte seinen Stücken teils neue Lebensformen ein, wie
bei "Neuland", das auf dem Album leider zu steril wirkt. Gleich am Anfang
spielte er einen Großteil der neuen Platte, darunter auch die aktuelle
Auskopplung "Der Weg", wonach ein nicht enden wollender Applaus mehr als
nur Begeisterung vermittelt hat und zum Kommunikationsmittel von 17 000
ergriffenen Zuhörern wurde.
Im zweiten Teil brachte Grönemeyer die obligatorischen Klassiker, wie
beispielsweise "Bochum", "Alkohol", "Halt mich", oder "Männer" und "Flugzeuge
im Bauch" mit leicht verändertem Arrangement. Zum ersten Mal griff er
auch zur E-Gitarre - nicht für "Total egal", sondern "Dort und hier".
Unkommentiert brachte er sogar den mit "Demo (letzter Tag)" betitelten
Bonus-Track, dessen Geschichte ein Geheimnis ist. Und am Ende des zweiten
Teils kam endlich auch "Zum Meer" - als angehender Klassiker gut platziert.
Spätestens seit der Expo in Hannover dürfte auch Grönemeyers Vorliebe
für Steicher bekannt sein, und jetzt hat er wieder ein kleines Ensemble
im Gepäck, das einige Songs gut unter-streicht. Im letzten Teil, den Zugaben,
spielten sie allerdings keine große Rolle. Dafür brachte Grönemeyer Stücke
wie "Mambo", "Ich hab dich bloß geliebt" oder "Moccaaugen". Nach gut zweieinhalb
Stunden war das Konzert zu Ende und man wußte, daß es ein großes war.
Dennoch hält der Tour-Name nicht ganz was er verspricht: "Das Beste
von gestern bis Mensch". Vom aktuellen Album spielte Grönemeyer bis auf
"Kein Pokal" alle Stücke - mehr als nur das Beste -, dafür wurde von der
grandiosen ´86er "Sprünge" gar nichts dar geboten. Schade, aber nach diesem
Abend verzeihlich.
Übrigens wurden beide Köln-Konzerte (15. und 16.11.) für
eine DVD-Veröffentlichung aufgezeichnet.
bf
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