Konzert-Besprechung: Roxy Music
Dortmund, Westfalenhalle (21.09.01)
Oktober 2001


Roxy Music

Meine Erwartungen an dieses Konzert waren hoch. Wollte ich doch nachholen, was ich damals verpasst hatte: Ein Roxy-Music-Konzert!
Nach einer enttäuschenden Finnen-Kombo war es also soweit. Herren gesetzten Alters gingen an die Instrumente - damalige Originalbesetzung! - und starteten die Show mit "Re-Make Re-Model", Bryan Ferry am Keyboard. Ferry war natürlich der Star des Abends und bot ein Best Of Roxy Music, das nicht nur durch eine perfekte Bühnenshow und -gestaltung, sondern auch durch die musikalische Nähe zu alten Zeiten ein Erlebnis wurde.
Eine Leinwand an der Bühnenhinterseite zeigte nicht etwa die üblichen, bunten und flackernden Bilder, sondern angemessen dezente und stilvolle Bühneneindrücke, meist in schwarz-weiß. Stilvoll - also in alter Tradition - hat sich Ferry generell präsentiert: Mit dem gewohnten Charme eines Entertainers hat er die Songs überzeugend und ohne Ermüdungserscheinungen dargeboten. Seine Bühnenerfahrung, die er ja auch ohne Roxy Music weiterhin gesammelt hat, ließ sich nicht leugnen. Mehrmals hat er zwischen den Songs die Bühne verlassen, um immer wieder in neuem Outfit zu erscheinen - selbst als man schon fast nicht mehr damit gerechnet hat.

In der zweiten Hälfte des Konzerts kam immer wieder die tiefe Verbeugung beim Applaus, ließ Ferry sich ausgiebig feiern. So auch nach "Jealous Guy", zu dem er die Bühne ganz in weiß betrat und wohl die wenigsten damit gerechnet haben, dass die Show danach noch weitergehen würde. Zum Programm gehörten auch die obligatorischen Tänzerinnen, die zu passender Gelegenheit auch mit opulentem Federkleid erschienen, was den Auftritt atmosphärisch noch interessanter machte.
Nach etwa zwei Stunden Programm und einem Packet Klassikern, von "Virginia Plain" bis "Avalon", fiel der Vorhang wieder - und ich wusste, dass dieses teure Konzert in einer ungemütlichen Westfalenhalle sich gelohnt hat: Mir war als hätte ich nachgeholt, was ich damals verpasst hatte!
bf

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