CD-Tip: Adam Green "Gemstones" (Rough Trade)
Erfreulich authentisches Sixties-Feeling

Adam GreenAdam Green ist ein Pop-Phänomen. Vor anderthalb Jahren war der junge New Yorker erst nur ein paar Insidern bekannt, bis im Juli 2003 sein zweites Soloalbum "Friends Of Mine" erschien, das plötzlich international von Kritikern hochgelobt und von Musikfans wie warme Semmeln aus den Regalen gekauft wurde. Innerhalb eines Jahres wurde Green vom Underground-Musiker zum gefeierten Alternative-Popstar. Scheinbar unbeeindruckt von dem Wirbel um seine Person und der Erwartungshaltung nach dem Erfolg von "Friends Of Mine", bastelte Adam Green an einem Nachfolger.

Seit dem 10. Januar ist "Gemstones" nun erhältlich und knüpft stilistisch wie qualitativ an "Friends Of Mine" an. Mühelos reiht Green simple, eingängige Popsongs aneinander, benutzt unzählige Anspielungen auf große Klassiker des Genres und ist trotzdem weit davon entfernt, sich Einfallslosigkeit vorwerfen zu lassen. Eher fragt man sich, wieso dieser locker-leicht verspielte Gitarrenpop erst jetzt geschrieben wurde? - Die Rezepte sind seit Jahrzehnten bekannt. So strahlt "Gemstones" auch ein ziemlich authentisches und erfreuliches Sixties-Feeling aus. Instrumentierung und Arrangement tragen Liebe zum Detail in sich.

GemstonesZwar wurde bei "Gemstones" gänzlich auf Streicher verzichtet, die bei "Friends Of Mine" noch eine große Rolle spielten, dafür erwarten den Hörer coole Orgeln, teils dezent-plätschernd, wie bei "Who's Your Boyfriend" oder "Bible Club". Mit Greens charismatischem Gesang und den typisch abgedrehten Texten wird das Ganze noch veredelt. Insgesamt ist "Gemstones" rasanter als sein Vorgänger. Nicht nur im Titelstück hat Green hier und da Rhythmus- und Tempiwechsel eingebaut, manche Songs sind gar gnadenlos überdreht und nervig. Der einzige Minuspunkt für ein ansonsten wunderbares Album, das irgendwie nicht in diese Zeit paßt. "Gemstones" kommt mit 15 Songs und knapp 32 Minuten Laufzeit.
bf

 

 

 

 


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