Konzert-Besprechung: Spiritualized
Hamburg, Markthalle (15.10.01)
November 2001


Jason Pierce

Ein Spiritualized-Konzert ist ein Ereignis - ein seltsames Ereignis. Wenn Spiritualized lediglich ein Konzert in Deutschland geben, scheint es trotzdem niemanden zu jucken. Denn die recht kleine Hamburger Markthalle war nichtmal zur Hälfte gefüllt.

Umso schöner war dann auch die Stimmung. Die 15-köpfige Band umhüllt von blauem Licht, teilweise durchbrochen von hellen Stroboskopblitzen. Das einzige was von Jason Pierce zu erkennen war: sein Umriß im linken Teil der Bühne. Symbolisch für das ganze Konzert war dann auch der Opener "Cop Shoot Cop". Dieses monumentalisch ausartende 16-Minuten-Stück ließ dann auch jeden Konzertbesucher wissen, welche Tiefen angesteuert werden.

Es wurden Songs aus allen vier Alben gespielt - ohne ein erkennbares Auswahlverfahren. Alles in allem jedoch die rauheren Stücke, die durch kräftigen Spaceman3-Feedback-Noise eine recht mächtige Wall of Sound entstehen ließen. Es wurden keinerlei Samples benutzt, um beispielsweise die pompösen Streicherarrangements von vielen Stücken nachzuempfinden. SpiritualizedDie drei neuen "Let it come down"-Songs, die ihren Weg in die Setlist gefunden hatten, bildeten eine Einheit mit dem älteren Material. Wie schon beim Live-Album, aufgenommen in der Royal Albert Hall, wurde zwischen den Songs das markante "Pure Phase"-Surren eingesetzt. Das Ganze wirkte wie aus einem Guss.

Eine Zweistündige Reise, die man in keinem Fall so intensiv erwartet hätte. Die zwei Zugaben waren dann auch der angemessene Abgang. Das neuere "Lord, can you hear me?" und das, noch aus Spaceman3-Zeiten stammende "The sound of confusion / I walk with Jesus". Danach war das erste und letzte Wort von Pierce zu hören: "Thank you!"
Ben




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