Amber

Benjamin Christopher
Bränk Fleck

Wohnort: Düsseldorf/Haan, NRW
LoFi-Familienmitglied seit: Dezember 2003

AmberAmber startete im Frühjahr 2003 als Versuch. Man nahm sich vor, zusammen Musik zu machen. Was sich daraus ergeben würde, war allerdings nicht abzusehen. Experimentell sollte es werden und rocken sollte es.

Doch stellte sich schnell heraus, daß zwei Querköpfe aufeinander treffen, die mit teils sehr verschiedenen Vorstellungen an die Sache rangehen. Viele lange Diskussionen waren die Folge. "Nur manchmal spürten wir in den Sessions, daß unser meist improvisiertes Spiel einen gewissen Flow hatte. In diesen Momenten entstand 'Amber'!"

Nach der Fertigstellung des Debüts blieben die Saiten in Schwingung: In den ersten Monaten des Jahres 2004 sollte bereits ein Nachfolgealbum entstehen, das kurzerhand, quasi über Nacht, zu einer 28-minütigen 5-Track-EP umkonzipiert wurde. Im Mai 2004 erschien die "Rising Heat"-EP, ein gelungener Nachfolger, der an den Sound des Erstlingswerkes anknüpft und ihn sanft weiterentwickelt.

Ein Jahr später kam mit "Welcome To Diskordia" der zweite Longplayer, erstmals unter dem Einsatz eines digitalen Aufnahmestudios entstanden, was sich sowohl in der Produktion, als auch im Arrangement bemerkbar macht. Insgesamt neun Titel, zum Teil sogar mit Text - ein Novum bei Amber. "Welcome To Diskordia" war die letzte Veröffentlichung von Amber. Im August 2008 haben Ben Christopher und Bränk Fleck die Band einvernehmlich aufgelöst und arbeiten seitdem gemeinsam an ihren Solo-Projekten.
bf, März 2009


10 A
lben, die Amber mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Beach Boys - Pet Sounds
Kate Bush - Hounds Of Love
Doors - Morrison Hotel
Mojave 3 - Out Of Tune
My Bloody Valentine - Loveless
Pixies - Doolittle
Spectrum - Soul Kiss (Glide Divine)
Spiritualized - Ladies And Gentlemen We Are Floating In Space
Tocotronic - K.O.O.K.
Velvet Underground - The Velvet Underground & Nico

 

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Platten:

Welcome to DiskordiaWelcome to Diskordia (CD, 2005) DOWNLOAD
Ihrem Konzept sind die beiden Soundtüftler treu geblieben, das Werk erinnert wiederum an eine Stimmprobe aus dem Orchestergraben jenseits der Milchstraße - schwebende Dissonanz und kalkuliertes Chaos, zusammengehalten durch hypnotische Rhythmen und rudimentäre Akkordfolgen. Noch ist der Vorhang geschlossen, die an- und abschwellenden Flanger-Effekte des Intros "Head in the Light" halten das Publikum in Wartestellung, Erinnerungen an Pink Floyd zur Syd Barrett-Ära werden wach.

Doch nun Film ab: Mit dem Beginn des exzellenten "Like A Good Drug, My Dear" findet sich der Hörer unterwegs auf der Reise in den Soundkosmos von "Amber". Brutale Brüche sind zuweilen unvermeidbar: "Shake'n'Twist" geriert sich als kreischender Velvet Underground-Klon, erst danach findet das freischwebende Ohr Halt an den Strukturen einer klassischen Bränk Fleck-Nummer im Amber-Gewand, die in etwa so klingt wie Tocotronic auf Acid ("Verloren In Dir").

Dann zurück ins Chaos: "Heil Diskordia" eskaliert auf dem Fundament eines sich stetig wiederholenden Musters von drei Akkorden zur kakophonischen Schwerelosigkeit - bis der Rhythmus schließlich wieder einsetzt und ein wenig Bodenhaftung schenkt. Der charmante "Wastepipe Blues" (Ben Christopher) leitet über zu Bränk Flecks traurig-frustrierter Ballade "Am besten das Ende". "Light In The Head" nimmt das Thema des Intros nocheinmal auf, bis schließlich alle Anspannung abfällt; der Hörer stellt das Atmen ein zu "This Deep Ocean" (Ben Christopher), Stille, tiefblaues Funkeln, weit oben träger Wellengang - perfektes Kopfkino.

"Welcome To Diskordia" wirkt kompakter und geschlossener als seinerzeit das Debütalbum von "Amber", zudem ist die Soundqualität deutlich besser. Das musikalische Konzept birgt - angesichts der strukturellen Freiheit - freilich die Gefahr der Wiederholung in sich. Diese Befürchtung entkräftet Bränk Fleck mit dem Hinweis, daß für das nächste Amber-Werk gänzlich andere Wege eingeschlagen werden sollen - wir sind gespannt!
rou, Mai 2005

Head In The Light
Like A Good Drug, My Dear
Shake'n'Twist
Verloren in dir
Heil Diskordia!
Wastepipe Blues
Am besten das Ende
Light In The Head
This Deep Ocean

Rising HeatRising Heat (EP, 2004) DOWNLOAD
Im Dezember 2003 erschien das selbstbetitelte Debüt-Album von Amber, einem Zwei-Mann-Projekt aus dem Rheinland. Jetzt ist der Nachfolger fertig: Die Eisberge sind geschmolzen; Ben und Bränk packen die Sonnenbrillen aus und präsentieren ihre Sommer-EP "Rising Heat". Licht und Schatten geben sich die Hand; atmosphärisch pendelt das Werk zwischen Hoffnung und Depression. Vier der fünf Titel wurden live und grundsätzlich mitten in der Nacht eingespielt, was die ambivalente Stimmung der EP, auch innerhalb der Songs, im besten Falle noch verstärkt.

Den Anfang macht "Flying Seat On A Cloudy Day", ein siebenminütiger Trip durch laue Lüfte, gefolgt von "Bright Summer", dem Soundtrack für gnadenlos heiße, sonnendurchflutete Sommerperioden, in denen der Asphalt schmilzt und die Wahrnehmung sich verändert. Die Stagnation der Gedanken steht im Mittelpunkt von "All The Lazy Thoughts" - hypnotisch und verzerrt. Nach dem klagenden "Nothing Is Good Enough", bäumt sich "Rising Heat" noch einmal auf: "As It Were The Last", siebeneinhalb Minuten Gitarren-Extase pur.

"Rising Heat" ist eine instrumentale EP für besondere Momente. Sie bedient Gefühle und Empfindungen, auf die man sich als Hörer einlassen muß, damit sie ihre Wirkung entfaltet. Gelingt dies, kann man sich an schrägen, wilden, leidenschaftlichen oder auch verbitterten Soundexperimenten erfreuen, bei denen es nicht primär auf fehlerfreies Spiel ankommt.
bf, Mai 2004

Flying Seat On A Cloudy Day
Bright Summer
All The Lazy Thoughts
Nothing Is Good Enough
As It Were The Last

AmberAmber (CD, 2003) DOWNLOAD
Im Mittelpunkt von "Amber" steht die Gitarre als Werkzeug der Klangerzeugung und -modulation, spontane Strukturen wachsen sich aus, meist reicht ein Gitarrenriff inklusive schräger Variationen, worauf sich sodann tosende atonale Lärmkaskaden aufbauen, die schließlich im Chaos münden ("Driving Down", Jaywalking").

Unterbrochen von kurzen, kreischenden Zwischenspielen und rumpelnden Geräuschkulissen ("Vibrating Airmate") fließen die Klänge monoton und zunehmend verfremdet dahin ("Jelly Roll"), jegliches Zeitgefühl geht verloren. Sitarähnliche Klänge zwischen Ambient-Music und kosmischem Blubbern ("Dancing Molecules") und schwebende Klangteppiche ("Perception") bilden die Ruhepole dieses eigensinnigen Sound-Experiments.

Eine Platte für extreme Stimmungen - irgendwo zwischen "The Jesus and Mary Chain", "My Bloody Valentine" und Brian Eno...
rou, Dezember 2003

Intro
Driving Down (For Miles)
Vibrating Airmate
Jelly Roll
Intermezzo
Dancing Molecules
Entering
Jaywalking
Perception
Last Roll

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