amrandTorben Sager Wohnort: Würzburg/Nürnberg, Bayern Wir arbeiteten nicht nur in der Anfangszeit langsam, fast bedächtig, bereit zu verwerfen und nie mit der Absicht zu konzertieren oder eine Platte aufzunehmen. Bald wagten wir erste verrauschte Home-Recordings, in erster Linie um Abstand zur eigenen Musik gewinnen zu können. Viele der frühen Stücke waren von atmosphärischen Instrumentalpassagen geprägt. Es entwickelte sich ein Stil, der uns bis heute begleitet. Irgendwo zwischen Monotonie und Polyphonie, zugänglich in erster Linie für denjenigen, der bereit ist zuzuhören und sich einzulassen. Im Herbst 2008 nahmen wir in den überhitzten Dachkammern des Chance Studios im wunderschönen Theater am Neunerplatz unsere erste EP „Ein Spätsommertag“ auf. Die Aufnahmen waren intensiv und nahmen viel Zeit in Anspruch, in erster Linie aufgrund unseres starken Wunsches bis ins Detail zu feilen, präzise und natürlich zugleich zu klingen. Mit der Zeit, den ersten Konzerten und dem langsam wachsenden Schatz an eigenen Stücken reifte die Idee, mit etwas besserem Equipment im Homerecording-Verfahren weitere Songs aufzunehmen. Dies gewährte uns die Möglichkeit, in unserem Tempo und dem uns eigenen perfektionistischen Anspruch zu arbeiten. So entstand Stück um Stück unsere aktuelle CD „Tier aus Papier“, bereichert durch zurückhaltende Beiträge von Gastmusikern. Cello, Klavier, Kontrabass, Trompete und Schlagzeug – je nach Stimmung und atmosphärischer Qualität des einzelnen Songs. Inzwischen pendeln wir zwischen Würzburg und Nürnberg. Auch über die
Entfernung haben wir eine gute Form der musikalischen Zusammenarbeit gefunden
– ein Zusammen, das entspannt und für uns Bedeutsames zu Tage fördert.
Nach langen Monaten vor dem Computer und Mikrophon ist es uns gegenwärtig
wichtig, zum Kern zurückzugelangen. Zur Improvisation am Instrument, zu
kreativen Prozessen. Wir arbeiten intensiv an neuen Stücken und freuen
uns auf Konzerte. Online:
amrand - Tier aus Papier (2011)
Platten:
Bewusst entschied man sich für Homerecording-Aufnahmen. „Dies gewährte uns die Möglichkeit, in unserem Tempo und dem uns eigenen perfektionistischen Anspruch zu arbeiten“, so Felix. Das Ergebnis, „Tier aus Papier“, liegt nun vor und zelebriert die Langsamkeit, das Zurücklehnen und den Sinn für unscheinbare Momente, die auf dem Album konsequent, nah und persönlich beleuchtet werden. Die expressionistischen Texte erzählen von der Wahrnehmung der Umwelt, mal alleine, mal zu zweit, und manchmal auch von dem, was über diese Wahrnehmung hinaus geht („Phantome“). Sie erzeugen Empfindungen hinter der Fassade des Alltäglichen und fokussieren so ein Innenleben durch den Blick nach draußen. Musikalisch präsentieren sich „amrand“ rein akustisch. Im Mittelpunkt
stehen Gitarren, meist gezupft, die lediglich mal von einem sehr behutsamen
Schlagzeug, einem dezenten Streicher, Bläser oder Piano begleitet werden.
Fazit: „Tier aus Papier“ ist Musik in Slow Motion für ruhige Momente. Ein Spätsommertag
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