The Dope

Rudi Maier
Franz Neugebauer

Wohnort: Landshut, Bayern
LoFi-Familienmitglied seit: Januar 2007

Franz Neugebauer, Rudi Maier Anfang 2003 gründeten Rudi Maier (Gitarre und Gesang) und Klaus Schachtner (Drums), damals 13-jährig, The Dope, bereits im Herbst 2004 war ihr Erstlingswerk "Bullshit" fertig, das im Eigenvertrieb an den Mann gebracht wurde, und worüber The Dope heute selbst nicht mehr viele Worte verlieren - der Titel ist bezeichnend. Jedoch diente das Album zur Wegfindung dorthin, wo die Band heute steht.

Mit tatkräftiger Unterstützung wurde in den letzten zwei Jahren am Sound gearbeitet, Garagenpunk ist kraftvollem Indierock gewichen.

Jetzt stehen die Signale auf grün, The Dope möchten durchstarten: Ihre erste EP, das Label-Debüt "Time to.", erschien am 8. Januar 2007 auf Pretty Pink Records, und eine ausgedehnte Tour durch Deutschland haben die Jungs schon hinter sich. Im November 2007 erschien dann ihr Album-Debüt in neuer Besetzung: Am Schlagzeug sitzt nun Franz Neugebauer, der frühere Drummer von badheadmusicscene. Seit der Veröffentlichung von "Deaf And Blind But With A Smile", haben sich The Dope zu einer unermüdlichen und herausragenden Liveband gemausert, die es schafft, jeden auch noch so kleinen Club zum brodeln zu bringen.
bf, März 2009

Online:
http://thedope.de
http://myspace.com/118538594

 

 

Platten:

Into The Woods (CD, 2010)
Das zweite Vollwerk der bayerischen Indie-Rocker von The Dope steht endlich in den Startlöchern! Und es ist auf seine eigene Art bemerkenswert, denn augenscheinliche Hits sucht man hier vergebens. Dennoch sind die Songs durchwebt mit sich anschmeichelnden, melodischen Elementen: Das kann ein bestimmtes Riff sein, ein Refrain, ein Keyboard-Einsatz, die Gesangsharmonie – irgendwo lauert immer ein kleiner Verführer, ohne den großen Wurf zu machen.

Die neuen Songs sind atmosphärisch sehr stark, und insgesamt ist „Into The Woods“ (leider) weniger überdreht als sein Vorgänger, das Debüt „Deaf And Blind, But With A Smile“ von 2007. Geblieben ist der Dope-typische Sound: kühl, verbittert, und gleichzeitig eindringlich und intensiv. Aber es wurden auch neue Wege beschritten: „Synapsis Connect“ startet als überzeugender, alternativer Countrysong, und entwickelt sich erst im Laufe des Stückes zu einer typischen Dope-Nummer.

„Into The Woods“ ist ein reifes, kreatives und gut produziertes Indierock-Album. Es kommt mit zehn Titeln und erscheint am 1. Oktober auf Red Can Records.
bf, September 2010

OK Babe
Strawberry Chewing Gum
Prom Queens (With High Shoes)
Synapses Connect
Old Dogs
Skogens Konung (Wolpertinger Theme)
Mia Was Caught At A Communist Parade
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Breakfast On An Afternoon Like This One
Den Helder / Seagulls Don't Lie

Deaf And Blind But With A SmileDeaf And Blind But With A Smile (CD, 2007)
Es war ein Paukenschlag, als Rudi Maier im August verkündete, dass The Dope einen neuen Drummer hat. Erst kurz zuvor ist es der jungen Zwei-Mann-Combo gelungen ein Label zu finden (Pretty Pink Records), um die EP "Time To." zu vermarkten. Erste Kritiken waren voller Lob und prognostizierten eine rosige Zukunft, das Album "Deaf And Blind But With A Smile" befand sich schon in der Planungsphase. Jetzt ist es erschienen, und an den Drums sitzt nicht mehr Klaus Schachtner, sondern Franz Neugebauer, der auch schon Band-Erfahrung mitgebracht hat. Der Wechsel ist geglückt.

Rudi Maier zeigt, wo bei The Dope der Hammer hängt und liefert mit "Deaf And Blind But With A Smile" eine vielseitige Indierock-Platte ab. Im Zentrum stehen Schlagzeug, Gitarre und Gesang, ein Bass hatte bei The Dope noch nie was verloren. Dass das Soundbild mitunter etwas dünn rüberkommt, ist spätestens jetzt ein Markenzeichen, denn die spärliche Instrumentierung täuscht nicht darüber hinweg, dass wir es hier mit ein paar herausragenden Songs zu tun haben. Einer von ihnen ist "Passion: Brain". Der Rocker war schon vorab als Demo bei LoFi-Lab zu haben, die Album-Version ist noch ein Stück knackiger und überzeugt immer noch auf ganzer Linie. Nach "Sweet Revenge" haben The Dope damit schon den zweiten Hit in Folge gelandet.

Doch "Deaf And Blind But With A Smile" bietet mehr: "Miss Marvelous" besticht durch ein exzellentes Zusammenspiel von elektrischer und akustischer Gitarre, von gemäßigten Strophen und sich energisch aufbäumenden Zwischenparts. Das rein akustische "A Sigh" spielt so unbeschwert dahin, dass der Sommer noch mal aufblitzt, und auch "To Dig My Grave" macht sich diese sonnige Grundstimmung zu Nutze und erinnert nicht nur soundtechnisch an Bettie Serveert. Im Kontrast dazu steht inhaltliche Resignation: "I do not see what I've got, 'cause I've got nothing more than my life and the lights in here to switch."Düster und dramaturgisch schön aufgebaut, kommt "The Bareness Of This Moment" daher, gipfelnd in Rudi Maiers markerweichendem Geschrei ("Please let me put you gloves on!"), das vermutlich nur noch von Billy Talent oder den Pixies übertroffen wird.

Abgerundet wird "Deaf And Blind But With A Smile" durch eine sehr erfreuliche Produktion mit klarem und kraftvollem Sound. Besonders die Gitarren klingen, wie Gitarren bestenfalls klingen sollten.
bf, November 2007

My Lung, My Heart
Passion: Brain
Miss Marvelous
A Sigh
Hide And Seek
Me & I, We'll Die Tonight
The Bareness Of This Moment
To Dig My Grave
Trial And Error
A View Over The City

Time to.Time to. (EP, 2007)
"Time to." ist keine musikalische Offenbarung und will es auch gar nicht sein: "Noch nie dagewesen? Nein. Es ist schon viel dagewesen. Da wollen wir uns mal nichts vormachen.", heißt es in der Bandinfo. Stattdessen setzt die EP ein Zeichen, indem Bewährtes ambitioniert aufgegriffen und konsequent umgesetzt wird.

Als ein Hit erweist sich dabei gleich der Opener "Sweet Revenge", ein kleines LoFi-Feuerwerk aus perfekt arrangierten Gitarren, kraftvollem Schlagzeug und Rudi Maiers markanter Vokalarbeit. Amerikanischen Collegerock trägt "When Heroes Die" im Herzen, bevor das atmosphärische "Turn The Laws Out" ruhigere Töne anschlägt, die (bei mir) eine Mischung aus Placebo und Metallica-Ballade assoziieren - und überzeugen.

"This Is Where You Find Gold" kommt mit elektronischen Beats und Synthesizer, "Dinge die bis vor kurzem noch unvorstellbar gewesen wären", kommentiert die Bandinfo. Das Experiment ist klar gelungen. Die Vollgas-Nummer "Utopia" und "We Will Know It When We Are Dead" komplettieren die Tracklist der 6-Track/20-Minuten-EP.
bf, Januar 2007

Sweet Revenge
When Heroes Die
Turn The Laws Out
This Is Where You Find Gold
Utopia
We Will Know It When We Are Dead

Bullshit (CD, 2004 - nicht mehr erhältlich)
Hatesong
Peace
Johnny
Unchangeable
Punk Ballad
Silent Burning Tree
Superstition
Bloody Minded Butterfly
Penancing Murderer
Witchcraft
Fuck Off Techno
Abortion
Repeatings
Spyfly

 


Live-Review: The Dope (Düsseldorf, People Clubbar, 11.04.07)
Nerven platt, aber gerockt wie sau

The DopeSo hatten sich Rudi Maier und Klaus Schachtner von The Dope den Start ihres Kurztrips ins Rheinland nicht vorgestellt: Viereinhalb Stunden Stau auf der Autobahn, insgesamt zehneinhalb Stunden Fahrzeit, haben sämtliche Nerven gekostet - und sogar ihren Auftritt in Düsseldorf auf's Spiel gesetzt. Endlich am People Club, in der Düsseldorfer Altstadt angekommen, hatten sie noch ganze 15 Minuten, bis die Show starten sollte.

Meistens spielen im People Club, der sich auf Nachwuchsbands spezialisiert hat, drei Bands pro Abend, so auch an diesem Mittwoch. The Dope sollten den Anfang machen. Nachdem das meist blutjunge Publikum schon die Ausweiskontrolle passiert hatte, wurden auf der Bühne schnell noch die Koffer ausgepackt, und dann ging es los.

Das Set bot eine Mischung aus brandneuen Songs und Titeln von der aktuellen EP "Time To.". "My Lung, My Heart" eröffnete den Gig - Klaus Schachtner prügelte die Drums und Rudi Maier (git/voc) steigerte sich zu einem herrlichen, nach Wahnsinn anmutenden Geschrei. The Dope waren da, von Anfang an. Vor der Bühne ging es hingegen eher verhalten zu. Doch wie sich später zeigte, war der Club voll mit Anhängern der Band Maila, die als nächstes spielen sollte.

Nach "Me & I, We'll Die Tonight", kam mit "Change Your Faith" ein Titel, der ursprünglich für die EP vorgesehen war. "Turn The Laws Out", dessen unterkühlten Sound die Band auch live gut umsetzen konnte, hat diesen Sprung zu Recht geschafft. "Sweet Revenge" durfte natürlich nicht fehlen, und plötzlich regte sich auch das Publikum etwas mehr.

Die Stimmung im People Club wurde gerade besser, als The Dope nach "Passion: Brain" ihren Auftritt schon beenden mußten. - Da kommen die Stunden im Stau schmerzlich zum Vorschein. Die Akustik-Gitarre, inzwischen eigentlich Bestandteil des Livesets, kam an diesem Abend leider gar nicht zum Einsatz, auch "Utopia" fiel der Zeit zum Opfer - schade, schade.

Was die Band aber innerhalb einer halben Stunde gezeigt hat, hat ohne Zweifel gerockt. Noch dieses Jahr möchten The Dope ihr erstes Album auf Pretty Pink Records veröffentlichen. Der Live-Eindruck läßt auf jeden Fall hoffen.
bf

 

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