Great DynamoHauke Schmidt Wohnort: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen Für unterwegs packt Hauke alles Nötige in einen großen Koffer und ist so völlig unabhängig von fremdem Equipment („Standalone Analogue Lofilectro“). 2012 hat Hauke die große Offensive gestartet: Zusammen mit seiner
Deutschland-Tour im März, erschien die aktuelle "Analogue Lofilectro
EP #1". Eine weitere EP ist für den Herbst geplant. Zudem wird
er das ganze Jahr lang sämtliche musikalischen Aktivitäten hautnah
mit der Handycam begleiten und in Form eines Videotagebuchs ins Netz stellen. Online: 10 Alben, die Hauke mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Platten:
Und das beginnt mit „In White“ atmosphärisch dicht und düster, der raffinierte Rhythmus entwickelt bald einen hypnotischen Sog. Als hitverdächtige Electropop-Nummer plus Gitarren erweist sich „Sad Corduroy“, während die charmante Soundbastelei von „Aqualung“ eher experimentell vor sich hin zirpt, fiept und rumpelt. Nach dem synthielastigen „Silver Clouds“ folgt mit „At 41“ eine fast schon melancholische, leise sägende Ballade. Den originellen Abschluss bildet „The Sun King“: Man nehme einen stampfender
Disco-Beat, knalle im Chorus spritzige Synthis und bratzende Gitarren
drauf und garniere das Ganze mit leicht eiernden Vocals – das Ergebnis
ist zwar schräg, aber eben gut schräg. Insgesamt überzeugt die „Analogue
Lofilectro EP #1“ vor allem mit den akribisch geflochtenen Arrangements,
die dennoch nie ihre spielerische Leichtigkeit verlieren. In White
Den Anfang macht „No Double Left“ , eine Midtempo-Nummer, die mit ihren Outer-Space-Synthies so klingt, als hätten die Two Pale Boys ihre Finger im Spiel. Wesentlich eindringlicher ist „The Dwarfs“, das mit hohem Spannungsniveau arbeitet und zudem noch einen unverschämt guten Drive hat. Verspielt und mit einem Hauch von Jahrmarkt-Flair präsentiert sich das schicke „Licorice“. Achtung: Hier besteht akute Ohrwurm-Gefahr! „Winter, Not Leaving Today“ begeistert mit seiner Hookline, und „Distofox“ (kein Tippfehler!) führt uns zurück zum Elektropop der 80er Jahre: Ein kühler, durchgekloppter Beat bestimmt das Stück. So hätten möglicherweise Franz Ferdinand vor 20 Jahren geklungen. „Onwards“ komplettiert die Tracklist der in sich stimmigen „Loop Recycler EP“. Die Umsetzung der poppigen und melodischen Elemente, wie auch des Gesangs,
erinnert hier und dort an den LoFi-Kollegen von The Scavengers, wenngleich
der Sound von Great Dynamo deutlich elektronischer geprägt ist. Die „Loop
Recycler EP“ ist ein interessantes Experiment, das sich nicht nur für
„Licorice“ lohnt. No Double Left
Live Review: Great Dynamo + Friends (Düsseldorf, 23.03.2012) Gegen 21 Uhr eröffnete Bränk Fleck mit einem überwiegend akustisch geprägten Set den Abend. Bei seiner ersten Liveshow seit knapp zwei Jahren bot der LoFi-Mann einen Querschnitt aus seinem Repertoire der letzten zehn Jahre dar, wobei auch Songs aus dem aktuellen Minialbum „Upside Down“ (2012) nicht fehlen durften. Mit Highlights von seinem Debüt („Meine Art“, 2008) und hoffnungsvollen Aussichten auf einen baldigen Nachfolger konnte Saender überzeugen. Der live-erprobte Kölner spielte ein souveränes Set mit Popappeal, der Backing Track wurde über Great Dynamos Analogue Lofilectro Sound System wiedergegeben. Hauke Schmidt, der während des Abends immer mal wieder mit Handkamera gesichtet wurde, um für sein Videotagebuch aufzuzeichnen, musste diese nun gegen die Gitarre eintauschen: Zeit für Great Dynamo. Sein Set bot eine Mixtur aus älteren Stücken von den „Average Genius Eps“ und brandneuen Titeln aus der kommenden EP-Serie (LoFi-Lab hat berichtet). Dabei geriet nicht nur Hauke zwischenzeitlich in Ekstase: Die Performance seiner eher untypischen Punkrock-Nummer „In A Mirror“ war derartig gelungen, dass sie spontan zum Hit des Abends avancierte. Aber auch sonst zeigte Hauke sich gut gelaunt und dankte den Besuchern
des Abends mit einem lässig und schnörkellos dargebotenen Set. Da machte
es auch nichts, dass „Life During Wartime“ zum Schluss nur noch was für
hartgesottene Byrne-Fans war. Es war die Zugabe - und die wurde zu Recht
gefordert. Impressionen des Abends aus dem Great Dynamo Videotagebuch: www.youtube.com/watch?v=Qfk6AYx__yM Live Review: Great Dynamo (Düsseldorf, 7.04.2011) Bis oben hin mit Effekten bewaffnet, griff Hauke zur E-Gitarre, während die Loops der jeweiligen Songs aus der Konserve kamen. Eine Lösung, die der bekennende LoFi-Freak und Analog-Verfächter „Analogue Lofilectro“ getauft hat. Zum warm werden eröffnete Hauke den Abend mit „Ride On“, einer verhaltenen Nummer von der „Poolshark Singalongs“ EP. Dass die Energie stimmte, zeigte sich aber erst im Anschluss: Nach kurzer Feinjustierung des Sounds, rockte „In A Mirror“ wie Sau und erwies sich als eigentlicher Opener. Von der aktuellen „Loop Recycler“ EP, spielte Hauke die unverzichtbaren Highlights „Licorice“ und „Winter, Not Leaving Today“ im Doppelpack, bevor er, gegen Mitte des Sets, plötzlich die Loop-Maschine abschaltete und die nächsten Titel rein akustisch performte, darunter auch den Bigstar-Song „Thirteen“. Zunehmend leidenschaftlich bot er die Stücke dar und schickte sogar das Daniel-Johnston-Cover „Don't Let The Sun Go Down On Your Grievances“ hinterher. Nach 13 gespielten Tracks setzte das großartige „The Sun King“ noch ein
letztes Zeichen, bevor die Kitsch Cats die Bühne übernehmen durften. Fazit:
Eine souveräne Show, die beim anwesenden Publikum leider nur begrenzt
Anklang fand.
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