Great Dynamo

Hauke Schmidt

Wohnort: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
LoFi-Familienmitglied seit: Januar 2011

Hauke SchmidtSeit nun schon mehr als zehn Jahren ist Hauke Schmidt Great Dynamo, ein Ein-Mann-Projekt mit LoFi-Ambitionen im Elektropop-Bereich, oder wie Hauke es nennt: Analogue Lofilectro. Im Mittelpunkt seiner Musik steht die Soundtüftlei. In seinem Aufnahmestudio stapeln sich alte Sythesizer, Effekte, Mischpulte und analoge Aufnahmegeräte; fast alles aus zweiter Hand und mit dem Charme vergangener Tage.

Für unterwegs packt Hauke alles Nötige in einen großen Koffer und ist so völlig unabhängig von fremdem Equipment („Standalone Analogue Lofilectro“).

2012 hat Hauke die große Offensive gestartet: Zusammen mit seiner Deutschland-Tour im März, erschien die aktuelle "Analogue Lofilectro EP #1". Eine weitere EP ist für den Herbst geplant. Zudem wird er das ganze Jahr lang sämtliche musikalischen Aktivitäten hautnah mit der Handycam begleiten und in Form eines Videotagebuchs ins Netz stellen.
bf, Mai 2012

Online:
Great Dynamo Video Diary
www.greatdynamo.com
www.myspace.com/greatdynamo

10 Alben, die Hauke mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Fall - This Nations Saving Grace (Eigentlich lieber die A-Sides 84-89. Aber die verstößt ja gegen die Best-Of-Regel.)
Flaming Lips - Hit To Death In The Future Head (Könnte vielleicht auch 'ne andere Flaming Lips sein, aber ich glaube, der erste Song von der Platte würde mich auf Dauer am Leben halten. Und mehr als eine Platte pro Band wäre ja Verschwendung.)
Hüsker Dü - New Day Rising (Braucht die 'ne Erklärung?)
Daniel Johnston - Yip Jump Music (Hat mir gezeigt worauf es beim Musikmachen wirklich ankommt. Hab mir daraufhin meinen ersten 4-Tracker gekauft.)
Liz Phair - Exile in Guyville (Die würde ich von morgens bis abends nachspielen und dann auf dem Kreuzfahrtschiff, das mich rettet, in der Bar zum Besten geben.)
Pixies - Surfer Rosa (Damit ich niemals vergesse, wie große Popsongs gehen.)
Sonic Youth - Daydream Nation (Wenn ich meinen eigenen Teenage Riot starten will...)
Talking Heads - Fear of Music (Mein Einstieg als ich 13 war. Fand den Bandnamen damals cool und hab mir auf Verdacht diese Platte gekauft.)
Velvet Underground - The Velvet Underground (Ein echter Klassiker muss sein.)
Wedding Present - Seamonsters (Für die schweren Momente, die es bestimmt auch auf einsamen Inseln gibt.)

 

Platten:

Analogue Lofilectro EP #1 (EP, 2012)
Auf der kürzlich beendeten Deutschland-Tour hat er bereits kräftig Werbung für die neuen Songs gemacht (LoFi-Lab berichtete). Jetzt legt Hauke Schmidt alias Great Dynamo, der Düsseldorfer mit der Leidenschaft für den analogen Sound (und dem entsprechenden Equipment), mit der „Analogue Lofilectro EP #1“ sein aktuelles Minialbum vor.

Und das beginnt mit „In White“ atmosphärisch dicht und düster, der raffinierte Rhythmus entwickelt bald einen hypnotischen Sog. Als hitverdächtige Electropop-Nummer plus Gitarren erweist sich „Sad Corduroy“, während die charmante Soundbastelei von „Aqualung“ eher experimentell vor sich hin zirpt, fiept und rumpelt. Nach dem synthielastigen „Silver Clouds“ folgt mit „At 41“ eine fast schon melancholische, leise sägende Ballade.

Den originellen Abschluss bildet „The Sun King“: Man nehme einen stampfender Disco-Beat, knalle im Chorus spritzige Synthis und bratzende Gitarren drauf und garniere das Ganze mit leicht eiernden Vocals – das Ergebnis ist zwar schräg, aber eben gut schräg. Insgesamt überzeugt die „Analogue Lofilectro EP #1“ vor allem mit den akribisch geflochtenen Arrangements, die dennoch nie ihre spielerische Leichtigkeit verlieren.
rou, Mai 2012

In White
Sad Corduroy
Aqualung
Silver Clouds
At 41
The Sun King

The Loop Recycler (EP, 2010)
Die Idee hinter der „Loop Recycler EP“ ist – wie der Name schon andeutet – die Verwendung eines bestehenden Loops, um den herum Hauke einen Song gebaut hat. Dabei wurden sämtliche Loops von anderen Musiker-Kollegen beigesteuert.

Den Anfang macht „No Double Left“ , eine Midtempo-Nummer, die mit ihren Outer-Space-Synthies so klingt, als hätten die Two Pale Boys ihre Finger im Spiel. Wesentlich eindringlicher ist „The Dwarfs“, das mit hohem Spannungsniveau arbeitet und zudem noch einen unverschämt guten Drive hat. Verspielt und mit einem Hauch von Jahrmarkt-Flair präsentiert sich das schicke „Licorice“. Achtung: Hier besteht akute Ohrwurm-Gefahr! „Winter, Not Leaving Today“ begeistert mit seiner Hookline, und „Distofox“ (kein Tippfehler!) führt uns zurück zum Elektropop der 80er Jahre: Ein kühler, durchgekloppter Beat bestimmt das Stück. So hätten möglicherweise Franz Ferdinand vor 20 Jahren geklungen. „Onwards“ komplettiert die Tracklist der in sich stimmigen „Loop Recycler EP“.

Die Umsetzung der poppigen und melodischen Elemente, wie auch des Gesangs, erinnert hier und dort an den LoFi-Kollegen von The Scavengers, wenngleich der Sound von Great Dynamo deutlich elektronischer geprägt ist. Die „Loop Recycler EP“ ist ein interessantes Experiment, das sich nicht nur für „Licorice“ lohnt.
bf, Januar 2011

No Double Left
The Dwarfs
Licorice
Winter, Not Leaving Today
Distofox
Onwards

The Average Genius EPs (Vinyl-Album, 2009)
Birds
Commander Five
And Even If
Own This Town
Dual
Small
Oh! Your Face
I Get The Cargo Trailer
I Know Why
International News Flash
Big French Car
Dreamin' Of Mojo
Turn Around And Fight Back
Ride On


Live Review: Great Dynamo + Friends (Düsseldorf, 23.03.2012)
Ein kleines LoFi-Festival

Hauke SchmidtIm Rahmen seiner Deutschland-Tour hat Hauke Schmidt (Great Dynamo) auch in Düsseldorf Halt gemacht. Zusammen mit Saender (Elektro-Indie-Pop) und Bränk Fleck (Songwriter/LoFi-Pop) erlebte man in der Tube, im Herzen der Altstadt, an diesem Abend ein kleines LoFi-Festival mit leidenschaftlich agierenden Akteuren und gutgelauntem Publikum.

Gegen 21 Uhr eröffnete Bränk Fleck mit einem überwiegend akustisch geprägten Set den Abend. Bei seiner ersten Liveshow seit knapp zwei Jahren bot der LoFi-Mann einen Querschnitt aus seinem Repertoire der letzten zehn Jahre dar, wobei auch Songs aus dem aktuellen Minialbum „Upside Down“ (2012) nicht fehlen durften.

Mit Highlights von seinem Debüt („Meine Art“, 2008) und hoffnungsvollen Aussichten auf einen baldigen Nachfolger konnte Saender überzeugen. Der live-erprobte Kölner spielte ein souveränes Set mit Popappeal, der Backing Track wurde über Great Dynamos Analogue Lofilectro Sound System wiedergegeben.

Hauke Schmidt, der während des Abends immer mal wieder mit Handkamera gesichtet wurde, um für sein Videotagebuch aufzuzeichnen, musste diese nun gegen die Gitarre eintauschen: Zeit für Great Dynamo. Sein Set bot eine Mixtur aus älteren Stücken von den „Average Genius Eps“ und brandneuen Titeln aus der kommenden EP-Serie (LoFi-Lab hat berichtet). Dabei geriet nicht nur Hauke zwischenzeitlich in Ekstase: Die Performance seiner eher untypischen Punkrock-Nummer „In A Mirror“ war derartig gelungen, dass sie spontan zum Hit des Abends avancierte.

Aber auch sonst zeigte Hauke sich gut gelaunt und dankte den Besuchern des Abends mit einem lässig und schnörkellos dargebotenen Set. Da machte es auch nichts, dass „Life During Wartime“ zum Schluss nur noch was für hartgesottene Byrne-Fans war. Es war die Zugabe - und die wurde zu Recht gefordert.
bf, Mai 2012

Impressionen des Abends aus dem Great Dynamo Videotagebuch: www.youtube.com/watch?v=Qfk6AYx__yM

Live Review: Great Dynamo (Düsseldorf, 7.04.2011)
Heimspiel unter Fremden

Hauke SchmidtEs war ein Heimspiel, als Hauke Schmidt alias Great Dynamo in der Düsseldorfer „Trinkhalle“ sein Equipment auspackte. Beste Voraussetzungen hatte er an diesem Donnerstag Abend jedoch nicht: Später sollte noch die Mädels-Combo Kitsch Cats auftreten – und die hatten ordentlich Publikum angeschleppt. Da hilft nur: Verstärker an, Augen zu und durch.

Bis oben hin mit Effekten bewaffnet, griff Hauke zur E-Gitarre, während die Loops der jeweiligen Songs aus der Konserve kamen. Eine Lösung, die der bekennende LoFi-Freak und Analog-Verfächter „Analogue Lofilectro“ getauft hat. Zum warm werden eröffnete Hauke den Abend mit „Ride On“, einer verhaltenen Nummer von der „Poolshark Singalongs“ EP. Dass die Energie stimmte, zeigte sich aber erst im Anschluss: Nach kurzer Feinjustierung des Sounds, rockte „In A Mirror“ wie Sau und erwies sich als eigentlicher Opener.

Von der aktuellen „Loop Recycler“ EP, spielte Hauke die unverzichtbaren Highlights „Licorice“ und „Winter, Not Leaving Today“ im Doppelpack, bevor er, gegen Mitte des Sets, plötzlich die Loop-Maschine abschaltete und die nächsten Titel rein akustisch performte, darunter auch den Bigstar-Song „Thirteen“. Zunehmend leidenschaftlich bot er die Stücke dar und schickte sogar das Daniel-Johnston-Cover „Don't Let The Sun Go Down On Your Grievances“ hinterher.

Nach 13 gespielten Tracks setzte das großartige „The Sun King“ noch ein letztes Zeichen, bevor die Kitsch Cats die Bühne übernehmen durften. Fazit: Eine souveräne Show, die beim anwesenden Publikum leider nur begrenzt Anklang fand.
bf, April 2011

 

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