Martin KonvickaWohnort: Wien, Österreich Martin Konvicka hat sich der bodenständigen Rockmusik verschrieben. Mit
nachhaltig greifenden Melodien und durchdachten Lyrics, schafft er Authentizität
und Raum zur Identifikation. Nun meldet sich der Musik-Junkie mit dem
brandneuen Soloalbum „Weiter“ zurück, das er erstmals unter seinem bürgerlichen
Namen veröffentlicht. Online: 10 Alben, die Martin mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Platten: Puzzle (MP3, 2011) DOWNLOAD Martin schafft es mühelos, auch ohne große Inszenierung, seine Songs atmosphärisch und fesselnd zu transportieren. Dabei erzählt er in Momentaufnahmen traurige Geschichten aus dem (Gefühls-)Leben und vom eigenen Platz darin, den es immer wieder neu zu finden gilt: „Das Leben ist ein Puzzle“, heißt es im Titelstück, „Ich nehm es auseinander / Setz es wieder zusammen / Um nochmal von vorn anzufangen“. „Pfandhaus“ prangert das Versumpfen im Alltagstrott an, die Lustlosigkeit
am Puzzlespiel, wenn die einstige Leidenschaft im Pfandhaus liegt, eingetauscht
gegen bequemen Stillstand. Es sind Themen jenseits der Jugendlichkeit,
mit denen Martin (selbst Mitte 20) sich auf „Puzzle“ auseinandersetzt.
Die Hoffnung und Zuversicht von „Weiter“ ist hier einer Resignation, Sehnsucht
und Verbittertheit gewichen, die zu keinem Zeitpunkt gefühlsduselig wird,
sondern viel mehr Analyse ist. Die Lyrics sind inhaltlich tiefgründig
und sprachlich bodenständig. In seiner Intimität wirkt „Puzzle“ wie ein
nächtliches Gespräch unter Freunden, bei dem man dankbar sein kann, zuhören
zu dürfen. Puzzle Weiter (CD, 2011) Eines wird schnell deutlich: Diese Wege begeistern! Wir haben es hier durch die Bank mit Profil-starkem, mal kraftvollem, mal entspannt arrangiertem Indierock zu tun, der die eigene Gegenwart beleuchtet und reflektiert. Es geht mal nicht um die Leiden dieser Welt, sondern um die unmittelbaren, nahen Empfindungen. Der Alltag wird fasziniert zerpflückt und nicht als selbstverständlich betrachtet. „Ich weiß noch nicht wann, und ich weiß noch nicht wohin. Doch es geht weiter...“, verkündet Martin Konvicka nicht als Floskel, sondern als Erkenntnis. Das Tocotronic-affine „Zeichen“ ist nicht nur Signal für die Notwendigkeit des Aufbruchs, es ist, mit seinem kraftvollen Sound und dem großartigen, spacigen Gitarren-Arrangement, auch das Highlight auf „Weiter“. „Ein gutes Ende“ träumt vom Ziel des Weges, dem Ideal die richtigen Entscheidungen zu treffen und Fehler zu vermeiden. An dieser Stelle lässt Martin Konvicka uns nicht im Regen stehen, denn dem Ende folgt „Ein neuer Anfang“. So gesehen durchläuft „Weiter“ zwei Zyklen, denn wir befinden uns erst in der Mitte der Platte. Doch ganz so durchkonzipiert ist „Weiter“ nun auch nicht. Die Instrumentierung ist im Kern klassisch, wird aber ergänzt durch eine
Handvoll Gastmusiker, die mit Trompete, Geige, Chello und Akkordeon Akzente
setzen. Konvicka selbst spielt, neben Bass und Gitarre, auch Klavier,
Synthesizer und Glockenspiel. Der Sound ist bodenständig, klar und räumlich
zugleich. Auf „Weiter“ wurde auf breiter Front ganze Arbeit geleistet,
der man anhört, dass es sich nicht um eine Wohnzimmer-Produktion handelt.
Aufgenommen wurde dennoch in Konvickas Heimatstadt Wien. „Weiter“ ist
definitiv ein Album zum verweilen. 80 Stunden Disappear (Maxi-CD, 2010)
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