Robert AlanWohnort: Berlin
Mit 19 hatte ich dann meine erste richtige Band, also eigentlich waren wir nur zu zweit. Wir nannten uns "Bluebirds", spielten Anti-Folk und den Leuten hat's gefallen. Mit 22 ging ich nach Hamburg um dort zu studieren, was fehlschlug, sich aber positiv auf meine Musik auswirkte. Ich wollte ab jetzt auf deutsch singen, weil Olli Schulz irgendwo doch ganz cool sein kann. Jetzt wohn ich in Berlin und versuch, wie jeder andere Musiker, meine Songs an den Mann zu bringen. Spiel in Bars wo's keine Bezahlung gibt und ärgere mich darüber, dass wir Musiker so verdammt verzweifelt sind. Im Sommer 2009 hörte ich auf Giganfragen zu stellen und blieb zu Hause,
um ein Album aufzunehmen. Nun ist es fertig, heißt "BOB" und ich
bin zufrieden. Ich heiße Robert Alan, weil mich mein Vater nach
Bob Dylan benannt hat, da ich's geschafft habe am selben Tag wie er das
Licht der Welt zu erblicken - ziemlich cool oder? Online: 10 Alben, die Robert mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Platten: The Snowdog Project - Have You Heard About Dr. Livingstone? Wie gewohnt, gelingt es ihm auch auf dem Debüt seines Seitenprojekts, so ziemlich alles durch den Kakao zu ziehen und es dabei noch verdammt gut aussehen zu lassen. „Have You Heard About Dr. Livingstone?“ kommt recht elektroniklastig daher, macht aber auch einen auf Lou Reed („Bird“) und verliert sich im abschließenden „Lucky“ sogar in einer Chanson-gewässerten Geste. Alan macht das durchweg überzeugend und ist dabei unterschwellig zum Brüllen komisch, was mitunter auch schonmal an die frühen Sachen von Adam Green erinnert („Monsters Of The Night“). Dieses kleine LoFi-Masterpiece gibt es bei uns jetzt exklusiv und for
free als MP3-Download. Greift zu, Leute! Electric Wonderland Weiss (MP3, 2010) DOWNLOAD „Weiss“ ist ein acht Songs starkes Mini-Album, das genau da ansetzt wo „BOB“ aufgehört hat. Den Anfang macht der lässig-coole Hip-Hop-Verschnitt „Füttert meinen Goldfisch“ - schon weiß man, wo der Hammer hängt! Das Varieté-artige „Hamburg“ ist – wie sollte es anders sein – eine Liebeserklärung an diese außergewöhnlich kreative Pulsader im Norden, allerdings gespickt mit Gossenstorys um Mick Jagger und Charles Bukowski. Unterschwellig surrt sie öfter mal mit, „Ja gesagt zum Leben“ macht sie zum Thema: die Kritik am Spießertum. - Hätte Vati mal lieber ja gesagt, als den Freund seiner Tochter aus dem Kinderzimmerfenster zu werfen...! Auf „Weiss“ treffen Gitarren-basierte Folknummern auf Piano-Pop, und
zwischendurch gibt es richtig schicke Beats. Das hitverdächtige „Deine-Meine
Welt“ - und schon surrt es wieder - steht bereits seit geraumer Zeit im
Downloadbereich von LoFi-Lab;
nun gibt es das Stück endlich im Album-Kontext. Auch „Weiss“ ist nur als
MP3-Download erhältlich, dafür aber für lau - und natürlich in der Oase
des guten Geschmacks: dem LoFi-Lab! Zieht es euch! Füttert mein Goldfisch Bob (CD, 2009) DOWNLOAD Doch alles der Reihe nach: So erfahren wir auf dem hitverdächtigen Opener „9 Monate“ zunächst, unter welch widrigen Begleitumständen „Bob“ das Licht der Welt erblickte und erleben nebenbei den brutalstmöglichen Ausflug in den Pseudo-Blues. Schnell wird dem geneigten Hörer klar, dass Robert Alan zuallererst ein begnadeter Entertainer ist, der mal augenzwinkernd, mal lakonisch alles und jeden und vor allem sich selbst auf die Schippe nimmt. Musikalisch überwiegen auf „Bob“ die akustischen Gitarren, dennoch hat man nicht wirklich den Eindruck, es hier mit Folk zu tun zu haben - dazu bereichert Robert Alan seinen Sound zu gekonnt mit durchaus deftigen Drumspuren („Deine Band“) und verspielten Keyboards. Bisweilen verfällt er in einen Sprechgesang, der zeigt, dass hier auch Rap und Hip-Hop Pate gestanden haben. Trotz der obligaten ironischen Distanz erlaubt sich der junge Wahl-Berliner
jedoch auch einige zarte, fast lyrische Töne („Paris“, „Kopfhörer“), umschifft
dabei aber stilsicher die allgegenwärtige Kitsch-Falle. Das ist insofern
erstaunlich, als die Stücke mehrheitlich das holde Geschlecht besingen
- zum Beispiel so: „Du bist wie meine erste Beatles-Platte / Ich ärger’
mich noch immer, dass ich sie nicht früher hatte“ („Lass uns rennen“).
Und spätestens mit dem Anti-Lovesong „Für Hamster“ liefert Robert Alan
einen weiteren Beweis dafür ab, dass „Bob“ nicht nur Mädels mit Hamsterbacken
eine gute halbe Stunde lang restlos begeistern kann. Sehr charmant! 9 Monate
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