Robert Alan

Wohnort: Berlin
LoFi-Familienmitglied seit: Januar 2010

Robert AlanZuerst wollte ich Rapper werden, das war mit 14. Dann schenkte mir mein Opa ein Keyboard und mit 17 Jahren begann ich Klavier zu spielen. Hip Hop hörte ich nicht mehr, weil 2Pac sowieso schon lange tot war, A tribe called Quest sich aufgelöst hatten und Will Smith lieber Filme drehen wollte. Meine Eltern hatten auch eine Band, da musste ich Schlagzeug spielen, damit das Geld in der Famile blieb. Und als ich zur Bundeswehr kam und dorthin kein Klavier mitschleppen konnte, nahm ich 'ne alte Gitarre von meinem Vater mit und lernte dort die wichtigsten Lagerfeuergriffe.

Mit 19 hatte ich dann meine erste richtige Band, also eigentlich waren wir nur zu zweit. Wir nannten uns "Bluebirds", spielten Anti-Folk und den Leuten hat's gefallen. Mit 22 ging ich nach Hamburg um dort zu studieren, was fehlschlug, sich aber positiv auf meine Musik auswirkte. Ich wollte ab jetzt auf deutsch singen, weil Olli Schulz irgendwo doch ganz cool sein kann.

Jetzt wohn ich in Berlin und versuch, wie jeder andere Musiker, meine Songs an den Mann zu bringen. Spiel in Bars wo's keine Bezahlung gibt und ärgere mich darüber, dass wir Musiker so verdammt verzweifelt sind.

Im Sommer 2009 hörte ich auf Giganfragen zu stellen und blieb zu Hause, um ein Album aufzunehmen. Nun ist es fertig, heißt "BOB" und ich bin zufrieden. Ich heiße Robert Alan, weil mich mein Vater nach Bob Dylan benannt hat, da ich's geschafft habe am selben Tag wie er das Licht der Welt zu erblicken - ziemlich cool oder?
Robert Alan, Dezember 2009

Online:
www.myspace.com/robertalanrocks

10 Alben, die Robert mit auf eine einsame Insel nehmen würde:
Beatles - Rubber Soul
Cold War Kids - Robbers & Cowards
Bob Dylan - Blonde On Blonde
Chris Garneau - Music For Tourists
Adam Green - Friends Of Mine
MGMT - Oracular Spectacular
N.E.R.D. - In Search Of
Oasis - Don't Believe The Truth
Jamie T. - Panic Prevention
Neil Young - Harvest

 

 

Platten:

The Snowdog Project - Have You Heard About Dr. Livingstone?
(MP3, 2012) DOWNLOAD
Was ist das denn für 'ne coole Sau?, könnte man denken, wenn man „Electric Wonderland“ hört, den Opener von „Have You Heard About Dr. Livingstone?“. Der ist nämlich sogar zum rappen zu cool, darum groovt er lieber. Und dann könnte man ein schlechtes Gewissen bekommen, weil man keine Ahnung hat, wer Dr. Livingston ist. - Aber halt! Hinter dem Snowdog Project steckt kein Geringerer als unser Freund Robert Alan. Wir müssen also nichtmal die Religion wechseln.

Wie gewohnt, gelingt es ihm auch auf dem Debüt seines Seitenprojekts, so ziemlich alles durch den Kakao zu ziehen und es dabei noch verdammt gut aussehen zu lassen. „Have You Heard About Dr. Livingstone?“ kommt recht elektroniklastig daher, macht aber auch einen auf Lou Reed („Bird“) und verliert sich im abschließenden „Lucky“ sogar in einer Chanson-gewässerten Geste. Alan macht das durchweg überzeugend und ist dabei unterschwellig zum Brüllen komisch, was mitunter auch schonmal an die frühen Sachen von Adam Green erinnert („Monsters Of The Night“).

Dieses kleine LoFi-Masterpiece gibt es bei uns jetzt exklusiv und for free als MP3-Download. Greift zu, Leute!
bf, Mai 2012

Electric Wonderland
Dirty Dog Love Song
Miami 2024
Spend Some Time
Bird
About The Blues
Long Way Home
Monsters Of The Night
Lucky

Weiss (MP3, 2010) DOWNLOAD
Ein Jahr ist es jetzt her, dass Robert Alan den Weg ins LoFi-Labor gefunden hat. Genau so lange sind wir schon stolz darauf, dass es so gekommen ist. Denn Alan hat eigentlich alles, was ein LoFi-Pop-Act so braucht: Schicke, abwechlungsreiche Songideen und eine gehörige Portion trockenen Witz. Okay, Letzteres ist optional, steht ihm aber ausgesprochen gut. Nach seinem Album-Debüt „BOB“ (2009), präsentiert Robert Alan jetzt dessen Nachfolger.

„Weiss“ ist ein acht Songs starkes Mini-Album, das genau da ansetzt wo „BOB“ aufgehört hat. Den Anfang macht der lässig-coole Hip-Hop-Verschnitt „Füttert meinen Goldfisch“ - schon weiß man, wo der Hammer hängt! Das Varieté-artige „Hamburg“ ist – wie sollte es anders sein – eine Liebeserklärung an diese außergewöhnlich kreative Pulsader im Norden, allerdings gespickt mit Gossenstorys um Mick Jagger und Charles Bukowski.

Unterschwellig surrt sie öfter mal mit, „Ja gesagt zum Leben“ macht sie zum Thema: die Kritik am Spießertum. - Hätte Vati mal lieber ja gesagt, als den Freund seiner Tochter aus dem Kinderzimmerfenster zu werfen...!

Auf „Weiss“ treffen Gitarren-basierte Folknummern auf Piano-Pop, und zwischendurch gibt es richtig schicke Beats. Das hitverdächtige „Deine-Meine Welt“ - und schon surrt es wieder - steht bereits seit geraumer Zeit im Downloadbereich von LoFi-Lab; nun gibt es das Stück endlich im Album-Kontext. Auch „Weiss“ ist nur als MP3-Download erhältlich, dafür aber für lau - und natürlich in der Oase des guten Geschmacks: dem LoFi-Lab! Zieht es euch!
bf, Dezember 2010

Füttert mein Goldfisch
Hamburg
Deine-Meine Welt
Ja gesagt zum Leben
Donald Duck
Optimist
Chelsea Hotel
Pan & Hook

Bob (CD, 2009) DOWNLOAD
Von wegen „Nomen est Omen“ – tatsächlich haben wir nochmal Glück gehabt, dass LoFi-Neuzugang Robert Alan dann doch trotz aller Schrammelgitarren nicht ernsthaft versucht, wie sein in Überlebensgröße erstarrter Namensvetter zu klingen. Auch bleibt auf der Debütplatte „Bob“ letztlich ungeklärt, ob es denn nun eher eine Hypothek oder eine Quelle der Inspiration ist, den Vornamen jenes Herrn Zimmermann tragen zu müssen – Papa sei Dank. Zumindest macht Robert Alan das Beste draus und haut uns mit „Über Dylan“ eine schreiend komische Parodie um die Ohren.

Doch alles der Reihe nach: So erfahren wir auf dem hitverdächtigen Opener „9 Monate“ zunächst, unter welch widrigen Begleitumständen „Bob“ das Licht der Welt erblickte und erleben nebenbei den brutalstmöglichen Ausflug in den Pseudo-Blues. Schnell wird dem geneigten Hörer klar, dass Robert Alan zuallererst ein begnadeter Entertainer ist, der mal augenzwinkernd, mal lakonisch alles und jeden und vor allem sich selbst auf die Schippe nimmt. Musikalisch überwiegen auf „Bob“ die akustischen Gitarren, dennoch hat man nicht wirklich den Eindruck, es hier mit Folk zu tun zu haben - dazu bereichert Robert Alan seinen Sound zu gekonnt mit durchaus deftigen Drumspuren („Deine Band“) und verspielten Keyboards. Bisweilen verfällt er in einen Sprechgesang, der zeigt, dass hier auch Rap und Hip-Hop Pate gestanden haben.

Trotz der obligaten ironischen Distanz erlaubt sich der junge Wahl-Berliner jedoch auch einige zarte, fast lyrische Töne („Paris“, „Kopfhörer“), umschifft dabei aber stilsicher die allgegenwärtige Kitsch-Falle. Das ist insofern erstaunlich, als die Stücke mehrheitlich das holde Geschlecht besingen - zum Beispiel so: „Du bist wie meine erste Beatles-Platte / Ich ärger’ mich noch immer, dass ich sie nicht früher hatte“ („Lass uns rennen“). Und spätestens mit dem Anti-Lovesong „Für Hamster“ liefert Robert Alan einen weiteren Beweis dafür ab, dass „Bob“ nicht nur Mädels mit Hamsterbacken eine gute halbe Stunde lang restlos begeistern kann. Sehr charmant!
rou, Januar 2010

9 Monate
Paris
Tanzen
Garfieldtag
Mensch modern
Lass uns rennen
Deine Band
Kopfhörer
Über Bob Dylan
Für Hamster
Nimm mich mit in den Frühling

 

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