The Scavengers
Frank Gerrits
Wohnort: Düsseldorf, NRW
LoFi-Familienmitglied seit: April 2002
Die
Scavengers aus Düsseldorf formierten sich bereits 1989, auch mit der Absicht
dem "musikalischen Ödland" dieser Zeit etwas entgegen zu setzen - und
das mit der bewährtesten und klassischsten Instrumentierung aller Zeiten:
zwei Gitarren, Baß, Drums und Gesang. Erste gemeinsame Aufnahmen entstanden.
Schon ein Jahr später kam es zu Umbesetzungen: Drummer Cozy, sowie der
Gitarrist Enno Berk verließen die Band, wurden aber schnell ersetzt. Hinzu
kam außerdem noch Nicole Gerrits, die seither B-Vocals singt.
Nach 1992 zerbrach die Gruppe vollends. "Alle Bandmitglieder gingen ihren
Jobs nach und vernachlässigten die Musik. Ein Beispiel von vielen!" (Frank)
Wahrscheinlich wäre dies schon das Ende vom Lied gewesen; doch sechs Jahre
später packte den Sänger Frank Gerrits, Mitbegründer der Band, wieder
die Liebe zur Musik. Praktisch im Alleingang hat er 1998 das Scavengers-Album
"Paradise" komponiert, produziert und eingespielt. Dann wurde erstmal
das Equipment aufgerüstet, um anschließend weitere Stücke
für das bis dato letzte Scavengers-Album "Life's Too Short For
Rock'n'Roll" (2003) einzuspielen.
Franks musikalische Wurzeln liegen im Punkrock der Endsiebziger, als
Einflüsse nennt er u.a. die Sex Pistols, Stranglers, Adam & The Ants,
Buzzcocks und Clash, aber auch die frühen Genesis ("aus den Nicht-Punktagen").
Doch Achtung: Die Scavengers klingen nicht wie diese Band oder jener Interpret
- sie klingen wie die Scavengers! Gut so.
2005 scheiterte der Versuch, eine Live-Formation zu besetzen. Frank blieb
konsequent und arbeitet seitdem wieder im Allengang an einem neuen Scavengers-Album,
das für 2008 angekündigt ist.
bf, Dezember 2007
Online:
www.myspace.com/scavengersmusic
Die komplette Bandgeschichte:
First Chapter: A band that never really was…!
Die Scavengers betraten im Februar 1989 das Licht dieser Welt. Ihr Name
war von Anfang an Programm! Mit Scavengers bezeichnet man auch Menschen,
die am Rande von Großstädten leben und den Müll der Reichen verwerten
und zu neuen Dingen bearbeiten. - Lumpensammler also. Und die Scavengers
haben sich immer als musikalische Lumpensammler gesehen. Das Ende der
80er Jahre war musikalisches Ödland: Punk war gewesen, New Wave verbraucht,
der zuckersüße und öde Soulpop aus Amerika begann, die Musikindustrie
zu vereinnahmen.
Greifen wir doch mal die Besetzung heraus, die die eigentlichen Scavengers
darstellte...noch heute...zehn Jahre später! First, Frank Joachim, der
sehr von AC/DC beeinflußt war und mit seinem Marshall-Amp für den Druck
zuständig war! Außerdem lieferte er anfangs die meisten Songideen und
sorgte oft für den inneren Zusammenhalt der Band. Als weiteren des harten
Kerns der Scavengers, wäre da noch Jörg Ammedick, alias Paul Boorish,
der genialste Gitarrist überhaupt! Sein Stil war unverwechselbar - seine
technischen Fertigkeiten hielten sich zwar in Grenzen, aber das, was er
spielte, war so ungewöhnlich, daß es in kurzer Zeit zum Stilmittel wurde.
Am ehesten noch vergleichbar mit J.J. Burnel von den Stranglers. Ausufernde
Melodiebögen, die scheinbar kein Ende finden; und das auf dem Bass - unersetzlich!
Leider hat sich Jörg im Jahr 1995 das Leben genommen.
Enno Berk, ein Gitarrist, schmutzig und dreckig...mit dem Charme eines
Straßenköters - cool! Und Cozy, der Drummer: Bier und fressen! Präzise
und hart. So trieb er die Scavengers vor sich her. Ohne ihn ging es nicht!
Unnötig zu erwähnen, daß alle Scavengers verrückt waren, oder?! A real
fucking band...! Dad, what was Punkrock? Look at the Scavengers, mate!
Nun, als letzter des harten Kerns und einzig übrig gebliebener, wäre da
noch der Sänger Frank Gerrits. - Ein Kapitel für sich: Launisch, aber
mit bissiger Aggressivität trieb er voran, daß die Scavengers es ernst
meinten. Er jedenfalls meinte es ernst!
Nun ist er der einzig Überlebende auf der Insel der Gestrandeten...ein
bißchen cast away, glaubt er noch immer an seine Rettung und hat nur diesen
einen Freund: Wilson! Lassen wir ihn weitermachen, denn eins ist klar:
Die Scavengers sind groß, sehr groß! Sexy und aufregend! Was gibt es noch
wichtiges? Ach ja, entgegen hartnäckiger Gerüchte: Nein, die Scavengers
hatten niemals einen Song, der "Krautsalat" hieß!
Second Chapter: A band that really is...!
Die Scavengers werden ein reines Studioprodukt und Ein-Mann-Unternehmen.
Lediglich Nicole Gerrits fungiert in einigen Songs als zweite Sängerin.
Wilson heißt eigentlich Roland und ist ein 8-Spur-Digitalrekorder. Damit
hat Frank Gerrits, alias The Scavengers, auch die ersten beiden Scavengers-Alben
aufgenommen. (Das zweite Album ist noch nicht erschienen, Anm.d.Red.)
Geplant ist, parralel zur neuen Platte eine Internet-Homepage einzurichten,
auf der die Millionen von Fans dann kosten- und mühelos immer die jeweils
neuesten Aufnahmen runterladen können! Punk against commercial!
Womit wir bei den musikalischen Wurzeln von Frank G. wären: Er bezieht
sich hauptsächlich auf den alten, originalen Punkrock von 1977! - Was
hat denn diese Musik mit Punk zu tun? - Nun, die Antwort ist einfach:
Die Liebe zu Melodien! So, wie es in der 1977er Punkmusik noch gute, alte
Tradition war, dauert ein guter Popsong deieinhalb Minuten.
Die Bands und Musiker, die ihn am meisten prägten, waren: natürlich die
Sex Pistols, die Stranglers, Adam & The Ants, Monochrome Set, die Buzzcocks,
The Clash und die Adverts. Aus den späteren Punktagen kamen noch Fischer-Z
und XTC hinzu. Einflüsse aus den Nicht-Punktagen waren Genesis mit Peter
Gabriel. Daher der manchmal etwas theatralische Gesang...
Und nun, noch viel Spaß mit der letzten echten Popband!
zur Verfügung gestellt von den Scavengers, April 2002
Platten:
Life's
Too Short For Rock'n'Roll (CD, 2003)
Nun liegt er vor, der Nachfolger vom 1999er "Paradise" - und er überrascht!
"Life's Too Short for Rock'n'Roll" heißt das Werk; und während der Titel,
für sich betrachtet, vielleicht noch etwas plakativ daherkommt, wird der
geneigte Hörer schnell feststellen, daß Scavengers-Kopf Frank Gerrits
es durchaus ernst meinte: Hier wird nicht gekleckert! Die Scheibe ist
hochdosierter Rock'n'Roll in bester Tradition, verfeinert mit Pop-Elementen
und komprimiert auf 50 Minuten, für alle Musik-Junkies, die nie genug
haben können.
Neben aktuellen Kompositionen, greift Frank diesmal auch auf Songs aus
der Anfangsphase der Band zurück, die nun nach rund 13 Jahren erstmals
das Licht der Welt erblicken. Darunter auch das, unter Hochspannung stehende
"Go! Stop! Go! Stop!", welches zweifellos zu den Highlights der Platte
gehört. Aber auch Titel, wie das balladeske "Then I Kissed Her", "Stars"
oder der Opener "Wheels Turning", lassen keine Wünsche offen. Weiterhin
stammen unüberhörbare Einflüsse unter anderem von Wire, Adam Ant oder
den Teens.
"Life's Too Short for Rock'n'Roll" ist wesentlich runder und ausgereifter,
als sein Vorgänger. Dennoch knüpft das aktuelle Werk dort an, wo "Paradise"
endet und unterstreicht mit satten, coolen Gitarren, kraftvollen Drums
und seinen charismatischen Vocals den typischen Scavengers-Sound. Hinzu
kommt eine verblüffend glasklare Produktion, die mühelos sämtliche Grenzen
zwischen Homerecording und Studio-Aufnahme verfließen läßt. Wo "Paradise"
noch vereinzelt Defizite aufweist, setzt "Life's Too Short..." auf breiter
Ebene neue Maßstäbe!
LoFi-Lab rät: Schnell anhören und lieben lernen, bevor es zu spät ist!
bf, September 2003
Wheels Turning'
Heartache 100
Go! Stop! Go! Stop!
I Should Have Known Better
Stars
She's The Woman
Sugar In The Rain
Then I Kissed Her
Christian D'or
Certainty
Lies Lies Lies
Same Old Crown
Happy When It Rains
Paradise (CD, 1999 - nicht mehr erhältlich!)
Der
Longplayer "Paradise" ist ein respektables Rock-/Popalbum: Gerne integriert
Frank kleine verspielte Melodien in rohe Rock-Themen, was oft den Reiz
des Scavengers-Sounds ausmacht. Seine Einflüsse aus den Anfängen der britischen
PunkRock-Szene hört man höchstens bei Naked Blue" heraus, was allerdings
auch gelungen ist.
Weiterhin vereinen sich auf "Paradise" Sehnsucht ("That's All"), Herz-Schmerz
("One Day I'll Be Crazy", mit wunderbaren B-Vocals von Nicole Gerrits)
oder Schwermut ("You Can't Freeze Snow") zu einem Potpourri von (subjektiven!)
Stimmungen, denen neben der Rock-Linie oft eher Pop-Strömungen untergemischt
sind - wunderbar auch: "Tic Toc Tic Toc".
Im Alleingang komponiert, produziert und eingespielt, handelt es sich
hier praktisch um das Solo-Debüt des Sängers Frank Gerrits. "Paradise"
mußte fast komplett mit Hilfe einer Drum-Machine eingespielt werden, was
besonders Schade ist, da Frank von Hause aus Drummer ist.
Allerdings will ich auch das respektable Resultat erwähnen, was mich zur
Produktion der Platte führt: Die Drums sind an sich leider manchmal zu
dünn, dafür ist die Abmischung gut gelungen. Überhaupt klingt "Paradise"
für ein Home-Recording ausgesprochen gut, nur leider etwas zu steril,
was aber sogar schon den Smashing Pumpkins passiert ist... Nicht das Paradies,
aber eine gute Platte mit zwölf Tracks und über 51 Minuten Spielzeit!
bf, Juni 2002
Insane Game
50 Lemon Trees
Naked Blue
I Was Wrong
One Day I'll Be Crazy
Rain
Days to Remember
That's All
You Can't Freeze Snow
Tic Toc Tic Toc
Life Sparkles
Rain (Reprise)
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