LoFi-Gesamtkatalog

Hier eine Übersicht aller bisher erschienenen CDs der LoFi-Künstlerfamilie.

Infos zur Bestellung: LoFi-Lab nimmt Eure Bestellung entgegen und leitet sie anschließend an den entsprechenden Künstler direkt weiter. Dieser wird die Bestellung bearbeiten und versenden. Infos zum Versand und der Bezahlung findet ihr beim jeweiligen Angebot. (Alle Angaben beziehen sich auf Bestellungen innerhalb Deutschlands, wenn nicht gekennzeichnet!) LoFi-Lab kann keine Garantie für die Verfügbarkeit der Angebote übernehmen. Bestellen könnt ihr die CDs unter order@lofi-lab.de, indem ihr einfach den Titel der gewünschten CD aufschreibt.

 

LoFi-SamplerLoFi-Sampler No.1 (2003)
Dies ist der erste CD-Sampler von LoFi-Lab! Darauf vertreten sind alle Künstler der LoFi-Familie (Stand: November 2003), sogar mit je zwei Titeln. Unter dem Strich macht das satte 20 Tracks, die zum Teil nur auf diesem Sampler zu haben sind. Dabei blieb die Auswahl der Songs den jeweiligen Künstlern selbst überlassen. Entstanden ist ein vielseitiges Werk, das zeigt, wie heterogen sich die Homerecording-Szene darstellt.
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Tracklist:
1. nullacht99 - Lone Star
2. The Scavengers - Wheels Turning
3. Michael Enslein - Gedanken im Wohnheim II (2003)
4. Jackentasche - Wir wollten uns gut verstehen
5. Rou Lied - Stampede
6. Bränk Fleck - Muskel
7. nullacht99 - voicesforthepoorandugly
8. Marabu - Was würdest du sagen
9. The Screens - Hurricane Energy
10. The Scavengers - Days To Remember
11. Rou Lied - Gemein
12. Michael Enslein - Thees Uhlmann sagt Liebe schmerzt
13. Jackentasche - Du hast ja meine Nummer (live)
14. Bränk Fleck - Tut mir leid
15. Empack - Wenn Sterne weinen
16. The Screens - Where I Wanna Go
17. Marabu - 27 Tage
18. Empack - Zeit

CD, Preis: € 3,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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LoFi-SamplerLoFi-Sampler No.2 (2006)
"Fuck The Mainstream" vereint fast alle 20 LoFi-Interpreten auf einem Silberling und bietet so einen abwechlungsreichen Einblick in die deutsche Homerecording-Szene. Von jüngeren Download-Hits wie "Shake'n'Twist" (Amber) oder "Snow White" (Sad Moon), bis hin zu den brandneuen Titeln "Replaced" (Tensalomi) und "Gasoline" (Bambi Dexter), setzt "Fuck The Mainstream" genau dort an, wo der erste LoFi-Sampler von 2003 endete. Pflichtprogramm für alle LoFi-Freaks!
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Tracklist:
1. Tensalomi - Replaced
2. Nino Nexo - Ich muss grad an was ganz bestimmtes denken
3. Tjian - Hemp Perfume
4. nullacht99 - Good Things In Life
5. Rou Lied - Macher der Katzen
6. Youth Agent - Fasten Seatbelts
7. Daantje & The Golden Handwerk - Zum Tee zu Neerström
8. Mondobiondo - No Sunshine In Holon
9. Amber - Shake'n'Twist
10. Bambi Dexter - Gasoline
11. The Scavengers - Lies Lies Lies
12. Marshmallow Muschis - Muschis
13. Ben Christopher - Es geht mir gut
14. Jo Nathan - It's Gone But It's OK
15. Bränk Fleck - Raketen
16. The Good Fight - Most Beautiful Places
17. Riamiwo - Confidence
18. Sad Moon - Snow White

CD, Preis: € 3,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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LoFi-SamplerLoFi-Sampler No.3 (2011)
Der neue LoFi-Sampler ist da! Unter dem Titel „Kommt, Kinder, der Kuchen wird sonst scheiße trocken!“ kann man sich die Collection jetzt hier downloaden, natürlich kostenlos. Ein physischer Vertrieb des Samplers wird nicht angeboten. Der LoFi-Sampler No.3 vereint 17 aktuelle Tracks aus dem Song-Downloadbereich, und bietet so eine komfortable Möglichkeit, sich schnell einen Überblick darüber zu verschaffen, was im Labor gerade brummt. Berücksichtigt wurden alle LoFi-Künstler, die zwischen 2009 und 2011 neues Material veröffentlicht haben.
bf

 

Tracklist:
1. Rou Lied – Head Down
2. Candy Trip Down – Now Soak Up The Breeze
3. Paul Henning – Köpfe gegen Wände
4. Robert Alan – Deine-Meine Welt
5. Bischler – Perfektionisten
6. Bränk Fleck – Nur Licht
7. Colt Rivers – Where The Waters Flow
8. Tjian – I Hate You
9. Multilumpaband – Mäuler
10. Martin Konvicka – Drift
11. Tensalomi – Changing Ways And Turning Wheels
12. Little Blind Benjamin – All Things Within The Heart
13. Superbeta – Die Stadt am Meer
14. The Dope – Strawberry Chewing Gum
15. Half Baked Cheese – Space Walk
16. Marshmallow Muschis – Katzen die kratzen

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MP3, Preis: kostenlos

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Robert Alan - Bob (2009)
Von wegen „Nomen est Omen“ – tatsächlich haben wir nochmal Glück gehabt, dass LoFi-Neuzugang Robert Alan dann doch trotz aller Schrammelgitarren nicht ernsthaft versucht, wie sein in Überlebensgröße erstarrter Namensvetter zu klingen. Auch bleibt auf der Debütplatte „Bob“ letztlich ungeklärt, ob es denn nun eher eine Hypothek oder eine Quelle der Inspiration ist, den Vornamen jenes Herrn Zimmermann tragen zu müssen – Papa sei Dank. Zumindest macht Robert Alan das Beste draus und haut uns mit „Über Dylan“ eine schreiend komische Parodie um die Ohren.

Doch alles der Reihe nach: So erfahren wir auf dem hitverdächtigen Opener „9 Monate“ zunächst, unter welch widrigen Begleitumständen „Bob“ das Licht der Welt erblickte und erleben nebenbei den brutalstmöglichen Ausflug in den Pseudo-Blues. Schnell wird dem geneigten Hörer klar, dass Robert Alan zuallererst ein begnadeter Entertainer ist, der mal augenzwinkernd, mal lakonisch alles und jeden und vor allem sich selbst auf die Schippe nimmt. Musikalisch überwiegen auf „Bob“ die akustischen Gitarren, dennoch hat man nicht wirklich den Eindruck, es hier mit Folk zu tun zu haben - dazu bereichert Robert Alan seinen Sound zu gekonnt mit durchaus deftigen Drumspuren („Deine Band“) und verspielten Keyboards. Bisweilen verfällt er in einen Sprechgesang, der zeigt, dass hier auch Rap und Hip-Hop Pate gestanden haben.

Trotz der obligaten ironischen Distanz erlaubt sich der junge Wahl-Berliner jedoch auch einige zarte, fast lyrische Töne („Paris“, „Kopfhörer“), umschifft dabei aber stilsicher die allgegenwärtige Kitsch-Falle. Das ist insofern erstaunlich, als die Stücke mehrheitlich das holde Geschlecht besingen - zum Beispiel so: „Du bist wie meine erste Beatles-Platte / Ich ärger’ mich noch immer, dass ich sie nicht früher hatte“ („Lass uns rennen“). Und spätestens mit dem Anti-Lovesong „Für Hamster“ liefert Robert Alan einen weiteren Beweis dafür ab, dass „Bob“ nicht nur Mädels mit Hamsterbacken eine gute halbe Stunde lang restlos begeistern kann. Sehr charmant!
rou

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CD, Preis: € 5,-

Porto + Verpackung: € 2,-
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Amber - Welcome to Diskordia (2005)
Ihrem Konzept sind die beiden Soundtüftler treu geblieben, das Werk erinnert wiederum an eine Stimmprobe aus dem Orchestergraben jenseits der Milchstraße - schwebende Dissonanz und kalkuliertes Chaos, zusammengehalten durch hypnotische Rhythmen und rudimentäre Akkordfolgen. Noch ist der Vorhang geschlossen, die an- und abschwellenden Flanger-Effekte des Intros "Head in the Light" halten das Publikum in Wartestellung, Erinnerungen an Pink Floyd zur Syd Barrett-Ära werden wach.

Doch nun Film ab: Mit dem Beginn des exzellenten "Like A Good Drug, My Dear" findet sich der Hörer unterwegs auf der Reise in den Soundkosmos von "Amber". Brutale Brüche sind zuweilen unvermeidbar: "Shake'n'Twist" geriert sich als kreischender Velvet Underground-Klon, erst danach findet das freischwebende Ohr Halt an den Strukturen einer klassischen Bränk Fleck-Nummer im Amber-Gewand, die in etwa so klingt wie Tocotronic auf Acid ("Verloren In Dir").

Dann zurück ins Chaos: "Heil Diskordia" eskaliert auf dem Fundament eines sich stetig wiederholenden Musters von drei Akkorden zur kakophonischen Schwerelosigkeit - bis der Rhythmus schließlich wieder einsetzt und ein wenig Bodenhaftung schenkt. Der charmante "Wastepipe Blues" (Ben Christopher) leitet über zu Bränk Flecks traurig-frustrierter Ballade "Am besten das Ende". "Light In The Head" nimmt das Thema des Intros nocheinmal auf, bis schließlich alle Anspannung abfällt; der Hörer stellt das Atmen ein zu "This Deep Ocean" (Ben Christopher), Stille, tiefblaues Funkeln, weit oben träger Wellengang - perfektes Kopfkino.

"Welcome To Diskordia" wirkt kompakter und geschlossener als seinerzeit das Debütalbum von "Amber", zudem ist die Soundqualität deutlich besser. Das musikalische Konzept birgt - angesichts der strukturellen Freiheit - freilich die Gefahr der Wiederholung in sich. Diese Befürchtung entkräftet Bränk Fleck mit dem Hinweis, daß für das nächste Amber-Werk gänzlich andere Wege eingeschlagen werden sollen - wir sind gespannt!
rou

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CD, Preis: € 4,-

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Amber - Rising Heat (2004)
Die Eisberge sind geschmolzen; Ben und Bränk packen die Sonnenbrillen aus und präsentieren ihre Sommer-EP "Rising Heat". Licht und Schatten geben sich die Hand; atmosphärisch pendelt das Werk zwischen Hoffnung und Depression. Vier der fünf Titel wurden live und grundsätzlich mitten in der Nacht eingespielt, was die ambivalente Stimmung der EP, auch innerhalb der Songs, im besten Falle noch verstärkt.

Den Anfang macht "Flying Seat On A Cloudy Day", ein siebenminütiger Trip durch laue Lüfte, gefolgt von "Bright Summer", dem Soundtrack für gnadenlos heiße, sonnendurchflutete Sommerperioden, in denen der Asphalt schmilzt und die Wahrnehmung sich verändert. Die Stagnation der Gedanken steht im Mittelpunkt von "All The Lazy Thoughts" - hypnotisch und verzerrt. Nach dem klagenden "Nothing Is Good Enough", bäumt sich "Rising Heat" noch einmal auf: "As It Were The Last", siebeneinhalb Minuten Gitarren-Extase pur.

"Rising Heat" ist eine instrumentale EP für besondere Momente. Sie bedient Gefühle und Empfindungen, auf die man sich als Hörer einlassen muß, damit sie ihre Wirkung entfaltet. Gelingt dies, kann man sich an schrägen, wilden, leidenschaftlichen oder auch verbitterten Soundexperimenten erfreuen, bei denen es nicht primär auf fehlerfreies Spiel ankommt.
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CD, Preis: € 3,-

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Amber - Amber (2003)
Im Mittelpunkt von "Amber" steht die Gitarre als Werkzeug der Klangerzeugung- und Modulation, spontane Strukturen wachsen sich aus, meist reicht ein Gitarrenriff inklusive schräger Variationen, worauf sich sodann tosende atonale Lärmkaskaden aufbauen, die schließlich im Chaos münden ("Driving Down", Jaywalking").

Unterbrochen von kurzen, kreischenden Zwischenspielen und rumpelnden Geräuschkulissen ("Vibrating Airmate") fließen die Klänge monoton und zunehmend verfremdet dahin ("Jelly Roll"), jegliches Zeitgefühl geht verloren. Sitarähnlichen Klänge zwischen Ambient-Music und kosmischem Blubbern ("Dancing Molecules") und schwebende Klangteppiche ("Perception") bilden die Ruhepole dieses eigensinnigen Sound-Experiments.
Eine Platte für extreme Stimmungen - irgendwo zwischen "The Jesus and Mary Chain", "My Bloody Valentine" und Brian Eno...
rou

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CD, Preis: € 4,-

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amrand - Tier aus Papier
Es war der Zufall, der Torben Sager und Felix Wagner vor rund fünf Jahren zusammenführte. Beide studierten in Würzburg, begegneten sich, kamen ins Gespräch und verabredeten sich schließlich zum Musik machen. Es begann ein langsames Sich-herantasten, das schließlich in der ersten „amrand“-EP „Ein Spätsommertag“ (2008) mündete. Torben und Felix hatten ihren gemeinsamen Nenner gefunden und steckten sich ein neues Ziel: ein eigenes Album.

Bewusst entschied man sich für Homerecording-Aufnahmen. „Dies gewährte uns die Möglichkeit, in unserem Tempo und dem uns eigenen perfektionistischen Anspruch zu arbeiten“, so Felix. Das Ergebnis, „Tier aus Papier“, liegt nun vor und zelebriert die Langsamkeit, das Zurücklehnen und den Sinn für unscheinbare Momente, die auf dem Album konsequent, nah und persönlich beleuchtet werden.

Die expressionistischen Texte erzählen von der Wahrnehmung der Umwelt, mal alleine, mal zu zweit, und manchmal auch von dem, was über diese Wahrnehmung hinaus geht („Phantome“). Sie erzeugen Empfindungen hinter der Fassade des Alltäglichen und fokussieren so ein Innenleben durch den Blick nach draußen.

Musikalisch präsentieren sich „amrand“ rein akustisch. Im Mittelpunkt stehen Gitarren, meist gezupft, die lediglich mal von einem sehr behutsamen Schlagzeug, einem dezenten Streicher, Bläser oder Piano begleitet werden. Fazit: „Tier aus Papier“ ist Musik in Slow Motion für ruhige Momente.
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CD, Preis: € 10,-

Porto + Verpackung: im CD-Preis enthalten
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Bambi Dexter - 100k Feedback
Die Jungs aus Rosenheim kommen auf "100k feedback" ohne falschverstandene Punk-Reminiszenzen oder x-mal gehörte Phrasen aus. Der Sound orientiert sich klar erkennbar am klassischen Indie-Rock (und so manches Mal scheinen Sonic Youth und Konsorten von ferne zu winken), die clever gebauten Songstrukturen und der Gesang von Matthew McCarthy setzen aber deutlich eigene Akzente.

Die Musik zündet nicht etwa durch große Melodien, brachiale Härte oder atemberaubendes Tempo, der Band gelingt es vor allem, reizvolle Wechsel von Dissonanz und Harmonie zu erzeugen und die Energie der Stücke herauszuarbeiten, anstatt sie durch sinnfreies Drauflos-Kloppen zu verschleudern. Intelligentes Zusammenspiel von Gitarren und Bass, ein exzellent bedientes Schlagzeug, rohe Gitarrenriffs, die auf flackernde Feedback-Gewitter treffen und insgesamt ein gutes Gespür dafür, was musikalisch funktioniert - hier punkten Bambi Dexter überzeugend.

Auf den Heftigkeits-Faktor setzen allenfalls der roh und blutig daherkommende, Mudhoney-ähnliche Kracher "Hesitate", oder die punkgeladene Tempoklatsche "Three Months Later". Es sind jedoch Parade-Stücke wie "Detachment", "Sun Is Up, Another Day" oder "Thank You God", die den besonderen Reiz von "100k feedback" ausmachen und das musikalische Potential der Band andeuten - also Jungs, bitte mehr davon!
rou

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CD, Preis: € 4,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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Bischler - Pause (2010)
Das Erstaunlichste am Debütalbum der Bischler-Truppe ist vielleicht die Ausgereiftheit des Sounds: Die Stücke sind dicht und dramaturgisch intelligent arrangiert, hier sitzt jeder Ton wo er hingehört, was insbesondere für das Geigenspiel von Mariella Schelch gilt. Das Spektrum reicht von fragil-schwebenden Folkskizzen bis zu packenden Uptempo-Nummern: Mit Paradestücken wie „Pause“, „Perfektionisten“ oder „Kann nich schlafen“ gelingen hier Perlen für die Ewigkeit – viel besser man das kaum machen.

Gesanglich glänzt Bischler durch seine ungeheure Präsenz, egal, ob er die ganz leisen Töne bedient, die leidenschaftliche Rockröhre raushängen lässt, oder sein Markenzeichen, ein resignativ hingehauchtes „Ja“ pflegt. Und was er da singt, ist – Dankeschön! – endlich mal alles andere als die gängige emotionale Nabelschau.

Neben allem Sinn für Witz, Ironie und Skurrilitäten („Das Lied vom armen Reh“, „Individualisiertes Curriculum“) verfolgt Bischler ein durchaus ernsthaftes Anliegen. Immer wieder spricht er den Hörer direkt an und stößt ihn mit der Nase auf den Irrsinn unserer auf Tempo, Leistung und Anpassung ausgerichteten Welt – und auf den Verlust, den wir fast gar nicht mehr bemerken: „Die schönen kleinen Momente / die stecken im Detail / Man könnte sie verpassen / Gehn sie nicht daran vorbei“ – nee, lieber mal Pause machen, am besten mit Bischler.
rou

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CD, Preis: € 12,-

Porto + Verpackung: € 1,60
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Candy Trip Down - Synopsis, Cast and Crew (2009)
Grunge ist tot? In allen Variationen endlos durchgenudelt? "Candy Trip Down" aus Hannover sind der sehr lebendige Gegenbeweis. Die vier Jungs spielen eine Art Post-Grunge mit Metal-Elementen: Nirvana meets Metallica. Damit erfinden sie zwar das Rad nicht neu, klingen aber erstaunlich frisch und eigenständig. So gelingt ihnen auf der 8-Track-EP "Synopsis, Cast and Crew" ein packender Mix aus Härte, Melodie und Atmosphäre.

Von der Konkurrenz heben sie sich vor allem durch die bisweilen exzellenten Kompositionen ab: Hammerstücke wie "Now Soak Up The Breeze" und "Paralysed" muss man bitteschön erst mal nachmachen. Die klare und transparente Produktion setzt die druckvolle Gitarrenarbeit sehr gut in Szene, Sänger Daniel agiert absolut überzeugend, wobei eine gewisse stilistische Nähe zu James Hetfield nicht zu leugnen ist.

Dass "Candy Trip Down" auch die verhaltenen Töne beherrschen, zeigen sie auf Stücken wie "Retain" oder der Ballade "Down And Out". Zusätzliche Pluspunkte: Die genreüblich vorwiegend düsteren, durchaus anspruchsvollen Lyrics und das ansprechende Cover-Artwork. "Synopsis, Cast and Crew" macht Appetit auf mehr.
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CD, Preis: € 8,-

Porto + Verpackung: € 2,-
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Ben Christopher - Ein Abend mit... (2005)
(siehe auch Little Blind Benjamin)
Nach seinem Erstlingswerk, „Aus dem Chaos“, erst Anfang 2005 erschienen, legt die eine Hälfte des LoFi-Lab Erfolgsduos „Amber“ jetzt schon nach: Unter dem zunächst parodistisch anmutenden Titel „Ein Abend mit Ben Christopher“ wartet wieder ein eigensinnig-raffiniertes Hörvergnügen auf die Freunde unorthodoxer Klangebilde.

Schon zu Beginn wird klar, daß von herkömmlichen Songstrukturen auf diesem Werk nicht die Rede sein kann: Chaos und Struktur gehen eine eigenwillige Verbindung ein. Die üblichen Trackbegrenzungen werden ad absurdum geführt – während der ersten drei Titel fräst sich im Grunde ein einziger Track in die Gehirnwindungen des Hörers. Seltsam zusammengestückelt wechseln Parts, auf denen hallflirrende Gitarren dominieren, sich mit Saxophonklängen ab, die den frühen Roxy Music entstammen könnten. Zwischendurch bekommen in Ehren gealterte Can-Verehrer leuchtende Augen und klingende Ohren. Immer wieder wird ein vorangegangenes Thema wieder aufgenommen und variiert. Das alles findet auf einem schrägen Velvet Underground-Soundteppich statt - und passt erstaunlicherweise auch noch gut zusammen.

Die erste Hälfte von „Ein Abend mit Ben Christopher“ bleibt diesem Prinzip weitestgehend treu: „Am Himmel, in der Nacht, im Bett“ gleicht einem spacig-flatternden Besuch bei den Sternen, „Verschwendung von Raum und Zeit“ besticht durch einen knarzigen Offbeat, der unter dem Klang von Schellen und Rasseln in ein an- und abschwellendes Gewitter von verzerrten Gitarren und pfeifenden Rückkopplungen übergeht.

Der Titel „Traum im Traum“ leitet die zweite (wenn man so will: musikalischere) Hälfte des Werks ein: Sphärisch und zeitlos fließt der Sound dahin, Brian Eno-Assoziationen regen sich - auch wenn Eno meines Wissens niemals eine Mundharmonika (!) unter schwebende Gitarren und irrlichternde Glöckchen gemischt hat. Der Track mündet schließlich in ein orchestrales Crescendo von Atonalität.

Höhepunkt ist das 10-minütige Opus „Welch heller Strahl des Glücks“, das seinen Titel den eingespielten Textpassagen aus Fellinis „Achteinhalb“ verdankt. Auf einem Grundmuster von drei ansteigenden Akkorden spielt Ben Christopher gekonnt und leichthändig mit synthetischen Streichersätzen, erst gegen Ende übernehmen wieder, diesmal bruchlos und sanft übergehend, die Gitarren die Regie. Bemerkenswert auch der Titel „Harpiya“: Hier werden klassische, orientalische Melodiebögen spielende Bläser auf einem Orgel/Keyboard-Basement mit indischen Tabla-Rhythmen kombiniert. Entlassen wird der Hörer schließlich mit „Ein letztes Lied vom müde sein“, einen im Regen zerfließenden, langsamen Blues mit ausklingenden Streichern.

Fazit: „Ein Abend mit Ben Christopher“ läßt sich nicht nebenbei und nicht in jeder Stimmung konsumieren, der Sound erfordert Fallenlassen und Zeitvergessenheit und ist somit im besten Sinne als psychedelisch zu bezeichnen. Die Gitarrenarbeit des Erstlingswerks wirkte oft noch wie auf einen etwas sterilen Sounduntergrund aufgesetzt – auf „Ein Abend mit Ben Christopher“ ist dieses Manko einer weithin gelungenen Synthese der verschiedenen Elemente gewichen. Ben Christopher hat eine stimmige, eigene Klangsprache entwickelt, die gleichermaßen anstrengt und entspannt, nie aber um überraschende und faszinierende Momente verlegen ist - Kunststück!
rou

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CD, Preis: € 4,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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Benjamin Christopher - Aus dem Chaos (2005)
(siehe auch Little Blind Benjamin)
Mit scheinbar spielender Hand entstanden die neun Albumtitel innerhalb von zwei Monaten - eine Art Zustandsbericht. In eine Schublade läßt sich Benjamin Christopher schlecht quetschen. "Aus dem Chaos" rockt in feiner Manier, ist poppig, erzählt, explodiert und reduziert sich auf hypnotisch-sphärische Klänge, wie im Rausch.

Los geht es mit dem Volldampf-Rocker "Losing Touch With Your Mind", ein gut platzierter Opener, der Lust auf mehr macht und die Drums cool in Szene setzt. Weiter geht es mit der Liebeserklärung "Under The Sun" und "Ich-Auflösung", der erzählenden Beschreibung eines Horror-Trips, begleitet von einem dezenten Beat und jammenden Gitarren - dieser Song trägt Velvet Underground im Herzen! Mit dem minimalistischen "Do You Feel The Earth Spinning 'Round?" beginnt eine neue Phase des Albums. Der Hörer wird in musikalische Sphären geführt, die wohl am Besten über Kopfhörer zu erfahren sind.

Das avantgardistische "Tambura Vilambit" ist in Anlehnung an Benjamins mehrwöchige Indien-Reise vom Frühjahr 2004 entstanden, von der er eine Tambura mitbrachte - eine Art Mandoline, die ihre Ursprünge in Mazedonien und Bulgarien hat. Unterstützt von einer begleitenden E-Gitarre, spielt die Tambura tief-melancholische Klänge, die aus rohem LoFi-Sound bestehen und durch ihre Atmosphäre noch an Authenzität gewinnen. Benjamin Christopher transportiert seine Aussagen gerne ohne Worte, lediglich zwei Titel haben einen Text. Kurz wird der Hörer beim rockigen "Flashback" aus der Hypnose gerissen, um bei "Space Symphony" und "Hello Nothing" wieder auf Synthie-Teppichen davon zu fliegen, wie es auch Spiritualized gerne ermöglichen.

Wer nicht wegschwebt, erlebt hier den langweiligsten Part des Albums, bevor der Titelsong am Ende noch das gesamte Werk krönt: Das 16-minütige Opus mit Streichern und Bläsern ist das eindeutige Highlight der Platte. Hiermit ist dem angehenden Student der Kunstgeschichte ein respektables Meisterwerk gelungen, das musikalisch mit Variationen und Weiterentwicklungen spielt, so daß man dem Song fast wie einem Hörspiel folgen kann. Alle Titel wurden digital auf einem Multimedia-PC eingespielt, gemixt und gemastert. "Aus dem Chaos" ist ein schickes Erstlingswerk, aber mitunter keine leichte Kost.
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CD, Preis: € 3,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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The Dope - Into The Woods (2010)
Das zweite Vollwerk der bayerischen Indie-Rocker von The Dope steht endlich in den Startlöchern! Und es ist auf seine eigene Art bemerkenswert, denn augenscheinliche Hits sucht man hier vergebens. Dennoch sind die Songs durchwebt mit sich anschmeichelnden, melodischen Elementen: Das kann ein bestimmtes Riff sein, ein Refrain, ein Keyboard-Einsatz, die Gesangsharmonie – irgendwo lauert immer ein kleiner Verführer, ohne den großen Wurf zu machen.

Die neuen Songs sind atmosphärisch sehr stark, und insgesamt ist „Into The Woods“ (leider) weniger überdreht als sein Vorgänger, das Debüt „Deaf And Blind But With A Smile“ von 2007. Geblieben ist der Dope-typische Sound: kühl, verbittert, und gleichzeitig eindringlich und intensiv. Aber es wurden auch neue Wege beschritten: „Synapsis Connect“ startet als überzeugender, alternativer Countrysong, und entwickelt sich erst im Laufe des Stückes zu einer typischen Dope-Nummer.

„Into The Woods“ ist ein reifes, kreatives und gut produziertes Indierock-Album. Es kommt mit zehn Titeln und erscheint auf Red Can Records.
bf

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CD, Preis: € 10,90

Porto + Verpackung: € 2,00
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The Dope - Deaf And Blind But With A Smile (2007)
Es war ein Paukenschlag, als Rudi Maier im August verkündete, dass The Dope einen neuen Drummer hat. Erst kurz zuvor ist es der jungen Zwei-Mann-Combo gelungen ein Label zu finden (Pretty Pink Records), um die EP "Time To." zu vermarkten. Erste Kritiken waren voller Lob und prognostizierten eine rosige Zukunft, das Album "Deaf And Blind But With A Smile" befand sich schon in der Planungsphase. Jetzt ist es erschienen, und an den Drums sitzt nicht mehr Klaus Schachtner, sondern Franz Neugebauer, der auch schon Band-Erfahrung mitgebracht hat.

Der Wechsel ist geglückt. Rudi Maier zeigt, wo bei The Dope der Hammer hängt und liefert mit "Deaf And Blind But With A Smile" eine vielseitige Indierock-Platte ab. Im Zentrum stehen Schlagzeug, Gitarre und Gesang, ein Bass hatte bei The Dope noch nie was verloren. Dass das Soundbild mitunter etwas dünn rüberkommt, ist spätestens jetzt ein Markenzeichen, denn die spärliche Instrumentierung täuscht nicht darüber hinweg, dass wir es hier mit ein paar herausragenden Songs zu tun haben.

Einer von ihnen ist "Passion: Brain". Der Rocker war schon vorab als Demo bei LoFi-Lab zu haben, die Album-Version ist noch ein Stück knackiger und überzeugt immer noch auf ganzer Linie. Nach "Sweet Revenge" haben The Dope damit schon den zweiten Hit in Folge gelandet. Doch "Deaf And Blind But With A Smile" bietet mehr: "Miss Marvelous" besticht durch ein exzellentes Zusammenspiel von elektrischer und akustischer Gitarre, von gemäßigten Strophen und sich energisch aufbäumenden Zwischenparts.

Das rein akustische "A Sigh" spielt so unbeschwert dahin, dass der Sommer noch mal aufblitzt, und auch "To Dig My Grave" macht sich diese sonnige Grundstimmung zu nutze und erinnert nicht nur soundtechnisch an Bettie Serveert. Im Kontrast dazu steht inhaltliche Resignation: "I do not see what I've got, 'cause I've got nothing more than my life and the lights in here to switch." Düster und dramaturgisch schön aufgebaut, kommt "The Bareness Of This Moment" daher, gipfelnd in Rudi Maiers markerweichendem Geschrei ("Please let me put you gloves on!"), das vermutlich nur noch von Billy Talent oder den Pixies übertroffen wird.

Abgerundet wird "Deaf And Blind But With A Smile" durch eine sehr erfreuliche Produktion mit klarem und kraftvollem Sound. Besonders die Gitarren klingen, wie Gitarren bestenfalls klingen sollten.
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CD, Preis: € 10,-

Porto + Verpackung: im CD-Preis enthalten
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The Dope - Time to. (2007)
"Time to." ist keine musikalische Offenbarung und will es auch gar nicht sein: "Noch nie dagewesen? Nein. Es ist schon viel dagewesen. Da wollen wir uns mal nichts vormachen.", heißt es in der Bandinfo. Stattdessen setzt die EP ein Zeichen, indem Bewährtes ambitioniert aufgegriffen und konsequent umgesetzt wird.

Als ein Hit erweist sich dabei gleich der Opener "Sweet Revenge", ein kleines LoFi-Feuerwerk aus perfekt arrangierten Gitarren, kraftvollem Schlagzeug und Rudi Meiers markanter Vokalarbeit. Amerikanischen Collegerock trägt "When Heroes Die" im Herzen, bevor das atmosphärische "Turn The Laws Out" ruhigere Töne anschlägt, die (bei mir) eine Mischung aus Placebo und Metallica-Ballade assoziieren - und überzeugen.

"This Is Where You Find Gold" kommt mit elektronischen Beats und Synthesizer, "Dinge die bis vor kurzem noch unvorstellbar gewesen wären", kommentiert die Bandinfo. Das Experiment ist klar gelungen. Die Vollgas-Nummer "Utopia" und "We Will Know It When We Are Dead" komplettieren die Tracklist der 6-Track/20-Minuten-EP.
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CD, Preis: € 5,-

Porto + Verpackung: € 1,45
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Bränk Fleck - Letzter Sommer EP (2010)
„Vielleicht war das dein letzter Sommer“ - Mit diesen Worten beginnt die neue 5-Track-EP von Bränk Fleck. Und so zieht sich thematisch die Betrachtung der Umwelt, sowie der eigene Platz darin, als roter Faden durch die Songs.

An den Aufnahmen waren erstmals auch Bränks Mentor Rou Lied und Ex-AMBER-Kollege Little Blind Benjamin (ehemals Ben Christopher) gemeinsam maßgeblich beteiligt.
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CD, Preis: € 3,50

Porto + Verpackung: € 1,50
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Bränk Fleck - Körperspiel (2008)
Das wurde aber auch Zeit: Schließlich ist die neue CD von LoFi-Urgestein Bränk Fleck das erste reguläre Album-Output seit "In den Räumen" von 2004 - die 2005er Compilation "Schandfleck" lassen wir hier mal außen vor. Auf "Körperspiel" nimmt sich Bränk mehr Freiheiten als je zuvor, ohne sich in substanzloser Experimentierlust zu verlieren, jongliert souverän mit verschiedensten Genres und Stilen, singt deutsche und englische, ernste, zarte und brüllend komische Texte.

Der Opener "Abend zu zweit" bietet einen typischen fleck'schen Ekeltext im lieblichen Gewand, hier wird der Alptraum eines jeden Mannes wahr. Von eher skurrilem als brachialem Witz lebt die Geschichte vom "Achselhaar", das - wie sollte es auch anders sein - natürlich abends in die Achselbar geht. "Carolyn", eine stampfende, Independent-geschwängerte Schepperrocknummer, zündet gleich beim ersten Anhören - vielleicht eines der hitverdächtigsten Stücke auf "Körperspiel".

Zur akustischen Gitarre wird uns dann vom Einsiedlerkrebs erzählt, der die Tiefsee in der Nachbarschaft zu Stachelpolypen bewohnt - ein gewohnt schräger Fleck-Text, der den Hörer leicht irritiert zurücklässt. "Feuer im Anschlag" mutet dann zunächst wie eine wirklich gewordenen Szene aus einem Egoshooter an. Beginnt man jedoch, darüber nachzudenken, regt sich schon eine neue, unausgesprochene Bedeutungsebene.

Mit "Gespenster" folgt eine schöne, klassische Bränk Fleck-Ballade mit den altbekannten Zutaten: Depression, Isolation, Hang zum Verfolgungswahn. Balladesk ist auch "Wie alles andere", diesmal aber mit ungewohnt poetischem, fast zartem Einschlag. Den übel zotigen, englischen Text zum flotten Funrocker "Rockshow" muss sich der Hörer selbst erschließen, zitatwürdig ist er jedenfalls kaum.

Schließlich folgt noch die liebevolle Johnny Cash-Parodie "Follow Your Heart" und mit "Where Is Amber" ein Abgesang auf die langjährige Zusammenarbeit mit Ben Christopher beim Sideprojekt "Amber", bevor die Psychostudie "Draußen" von melancholischem Folk in ein rockig-atonales Finale kippt.

"Körperspiel" demonstriert, dass Bränk Fleck die von Tocotronic beeinflusste Phase seines Schaffens endgültig hinter sich gelassen hat - das Elegisch-Weinerliche ist der Vielfalt gewichen. Es finden sich freilich immer wieder depressive Nummern, die jedoch musikalisch an Reife, Stil und Bandbreite hinzu gewonnen haben. Dass zudem der Spaßfaktor wieder stärker in den Vordergrund gerückt ist, macht "Körperspiel" zu einem eigensinnigen und kurzweiligen Vergnügen. Die "Special Edition" enthält zusätzlich eine Bonus-CD mit zehn Demos aus den Jahren 2006 - 2008.
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CD, Preis: € 4,50
2CD (Special Edition), Preis: € 5,-

Porto + Verpackung: € 1,50
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Bränk Fleck - Gespenster EP (2007)
Die Zeit geht ins Land. Obgleich es seit der 2005er-Compilation "Schandfleck" keinen offiziellen künstlerischen CD-Output von Bränk mehr gegeben hat, war der LoFi-Act der ersten Stunde nicht untätig, ein neues Album lässt aber weiterhin auf sich warten. Die nun erschienene EP, die sich um den Titeltrack "Gespenster" rankt, dokumentiert den Zwischenstand.

"Gespenster" beschwört das klassische Bränk Fleck-Thema schlechthin: Eine triste, fremde und unheimliche Welt, geprägt von Identitätsverlust und Depersonalisierung. Die depressive Grundhaltung ist ungebrochen - ein Entrinnen ist unmöglich, undurchsichtige Regeln machen das Individuum zum Spielball eines rätselhaften feindlichen Schicksals. Das Stück besticht durch seine unaufdringliche Moll-Stimmung, insbesondere der behutsam und stimmungsvoll mit Synthies und Hall unterlegte Chorus überzeugt.

Die restlichen Stücke enstammen direkt oder indirekt dem Kosmos des gemeinsam mit Ben Christopher betriebenen Sideprojekts "Amber": Das melancholische "Verloren in Dir", ursprünglich auf der Amber-CD "Welcome to Diskordia" enthalten, wurde mit neuer Gesangsspur versehen, bleibt aber eigentümlich puristisch und nackt. Etwas "Butter bei die Fische" hätte hier nicht schaden können. "Why don't you help me" klingt deutlicher nach dem, was es ist: Eine von Ben Christopher für Amber geschriebene Nummer, von Bränk mit Text versehen. Rohe Gitarren, die im unvermeidlichen Velvet Underground-Ambiente in atonales Quietschen überleiten.

Auch "Draußen" basiert auf gemeinsam mit Ben Christopher produzierte Aufnahmen und wurde hier vom Amber-Soundtüftler zum "Little Blind Benjamin Remix" gestreckt: Das Stück wirkt enspannt und harmonisch, ein schwebender Roxy Music-Synthie tut sein übriges, gegen Ende driftet der Track in eine dichte sphärische Soundlandschaft. "Es ist Glück", von Bränk mit Sentiment nur zur akustischen Gitarre vorgetragen, ist eigentlich ein für Ben Christopher geschriebenes Geburtstagslied, eine nette Ode an die Freundschaft, die den Abschluss der "Gespenster"-EP bildet.

Insgesamt wirkt das Werk etwas richtungslos und pendelt unentschlossen zwischen traurigen oder gar bedrückenden Balladen und eher soundorientierten Basteleien im Amber-Stil. Die nächste reguläre Bränk Fleck-CD ist mal wieder fällig...
rou

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Bränk Fleck - Schandfleck (2005)
An die 15 Jahre sind ins Land gegangen, seit die ersten unbeholfenen Momente skurrilster Kinderzimmer-Lyrik und sinnlos-wahnsinniger Konzept-Tonkunst mit Hilfe eines alten Grundig-Kassettenrekorders auf Tape gebannt wurden. Von Beginn an mit kreativen Einfällen und Sinn für's Absurde gesegnet, erprobte der kleine Bränk damals alle nur erdenklichen Arten, Text, Musik und Chaos in neue Zusammenhänge zu setzen.

Der Opener von "Schandfleck", die Rou Lied-Nummer "Gitarrespielen", stammt aus dem Jahr 1998 und läßt sich zurecht als Bränks erster Smashhit bezeichnen. Diese Phase ist auf "Schandfleck" durch 5 Stücke vertreten, darunter gnadenlos zotige Knaller wie "Zu breit" und "Ich bin schwul". Bis dahin musikalisch abhängig von Fremdkompositionen, vollzieht sich anschließend der entscheidende Wandel: Bränk lernt Gitarrespielen und wendet sich ernsthafter der musikalischen Komponente zu.

2001 erschien das Album "Fleckma", hier überwiegt erstmals deutlich der Anteil an Eigenkompositionen. Und direkt setzt Bränk eigene bemerkenswerte Akzente: Mit Songs wie "Tut mir leid" und "Yo Voy" zeigt er unverkennbar, daß er den kindlichen Witznummern entwachsen ist und die Welt mit origineller und mitreißender Rockmusik zu begeistern weiß. 2003 veröffentlicht Bränk Demo-Aufnahmen, die sich über Jahre angesammelt haben (CD "Demo") und schließlich die genialische Nummer "Muskel" (auch auf "Schandfleck" enthalten).

2004 setzt er noch eins drauf: Mit dem Album "In den Räumen" gelingt ihm erstmals ein geschlossenes und reifes Werk, daß durch athmosphärische Gedichtvertonungen, klassische Bränk Fleck-Balladen und Country-Einflüsse besticht. Höhepunkte wie "Raketen" oder "Die Räume sind leer" sprechen überzeugend für sich selbst.

Im Ganzen muß "Schandfleck" als äußert gelungene Zusammenstellung betrachtet werden, die ausgewogen und angemessen Bränk Flecks musikalische Entwicklung wiederspiegelt und dabei der Langeweile keine Chance läßt. Wer LoFi-Sound der eigensinnig-ungewöhnlichen Art und Texte zwischen Absurdität und Tiefgang schätzt, sollte zugreifen und sich diesen "Schandfleck" ins heimische CD-Regal stellen.
rou

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Bränk Fleck - In den Räumen (2004)
Insgesamt ist der Einfluß des experimentellen Sideprojekts "Amber" (auch bei LoFi-Lab erhältlich) auf "In den Räumen" deutlich hörbar. Mit dem Opener "Im Glockenturm" führt Bränk seine Tradition der atmosphärischen Gedichtvertonungen fort. "Hinter der Tür" steigt mit gothicmäßigen Synthies ein und endet in einer schrägen Feedback-Orgie. Rockig wird es erst mit der vorab veröffentlichten Hitsingle "Muskel", sicherlich eine der originellsten Bränk Fleck-Nummern aller Zeiten.

"Cowboy Jack", das zunächst nur als live eingespielte Demoversion vorlag, wurde für "In den Räumen" als reguläre Version aufgenommen und kommt mit leicht-flockigem Country-Feeling daher. Doch hier hat die Witzigkeit dann schon ihre Grenzen, denn die folgenden Stücke entstammen zumeist eher der angedüsterten Fraktion: "In den Räumen" verbreitet eine depressive Grundstimmung und besticht durch gewohnt raffinierte Textzeilen wie "Gleich hinter meinem Telefon steht die Feuerwehr...".

Kurze instrumentale Intermezzi wie "Furcht" und "Wie es geht" leisten wiederum der Düsternis Vorschub; "Spiegelbilder" handelt in Form einer klassischen Bränk Fleck-Ballade philosophische Grundfragen ab. Höhepunkte des Albums sind neben "Muskel" sicherlich die Tracks "Raketen" und "Selmas Nacht". Mit "Raketen" ist Bränk ein stimmungsvolles, mit lockerem Latino-Rhythmus unterlegtes Meisterwerk gelungen. Beim gleichermaßen exzellenten "Selmas Nacht" erweist es sich als Glücksfall, daß die ursprünglich für den Chorus vorgesehene Slide-Gitarre durch eine satte Hammond-Orgel ersetzt wurde.

"In den Räumen" schließt mit "Sentimental Lovesong", einer steppentrockenen Westernballade im Stile der von Bränk verehrten New Country Band "Court & Spark" und schlussendlich mit dem bedrohlichen Synthie-Outro "Verfall". Fazit: Insgesamt wirkt "In den Räumen" reifer und geschlossener als "Fleckma", allenfalls mit den synthetischen Instrumentals hätte man vielleicht etwas sparsamer umgehen können.
rou

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Bränk Fleck - Muskel (2003)
Im Dezember 2003 erschien die Maxi-CD "Muskel". Der Titelsong steht ja auch im Download-Bereich, jetzt gibt es ihn nett verpackt und zusammen mit drei Bonus-Tracks auf einem Silberling. Das Bonus-Material besteht aus der Country-Pop-Nummer "Die Zigarre", dem schrägen "Feel Free!", sowie einer Live-Version von "Die Räume sind leer". "Muskel" war ein Vorbote der CD "In den Räumen", die seit September 2004 zu haben ist.
bf

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Bränk Fleck - Fleckma (2001)
Ganze drei Jahre sind seit Bränks letzter Platte vergangen. Dafür kommt "Fleckma" nach einer langen Arbeitsphase mit 11 Titeln, neun davon sind Eigenkompositionen. "Fleckma" ist deutlich ruhiger als ihr Vorgänger, dennoch muß auf Avantgarde-Lärm oder klassischen RockPop nicht verzichtet werden.
bf

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Great Dynamo - The Loop Recycler EP (2010)
Die Idee hinter der „Loop Recycler EP“ ist – wie der Name schon andeutet – die Verwendung eines bestehenden Loops, um den herum Hauke einen Song gebaut hat. Dabei wurden sämtliche Loops von anderen Musiker-Kollegen beigesteuert.

Den Anfang macht „No Double Left“ , eine Midtempo-Nummer, die mit ihren Outer-Space-Synthies so klingt, als hätten die Two Pale Boys ihre Finger im Spiel. Wesentlich eindringlicher ist „The Dwarfs“, das mit hohem Spannungsniveau arbeitet und zudem noch einen unverschämt guten Drive hat. Verspielt und mit einem Hauch von Jahrmarkt-Flair präsentiert sich das schicke „Licorice“. Achtung: Hier besteht akute Ohrwurm-Gefahr! „Winter, Not Leaving Today“ begeistert mit seiner Hookline, und „Distofox“ (kein Tippfehler!) führt uns zurück zum Elektropop der 80er Jahre: Ein kühler, durchgekloppter Beat bestimmt das Stück. So hätten möglicherweise Franz Ferdinand vor 20 Jahren geklungen. „Onwards“ komplettiert die Tracklist der in sich stimmigen „Loop Recycler EP“.

Die Umsetzung der poppigen und melodischen Elemente, wie auch des Gesangs, erinnert hier und dort an den LoFi-Kollegen von The Scavengers, wenngleich der Sound von Great Dynamo deutlich elektronischer geprägt ist. Die „Loop Recycler EP“ ist ein interessantes Experiment, das sich nicht nur für „Licorice“ lohnt.

MP3 (digital), Preis: € 3,49
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Great Dynamo - The Average Genius EPs (2009)
Die ersten beiden EPs von Great Dynamo, vereint auf einem Vinyl-Album.
Rezension folgt.

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Paul Henning - Lying On The Bathroomfloor (2010)
Sorgfältig eingeschlagen in einen aufwändig bemalten Bogen Papier, kommt Paul Hennings aktuelle EP daher. Auf dem beiliegenden Textblatt wurden die Lyrics in Zeichnungen übersetzt, so dass für jeden Song eine Art kleiner Comic entsteht. Schon das mit Liebe zum Detail gestaltete Artwork von „Lying On The Bathroomfloor“ lässt erahnen, dass sich dahinter kein halbherzig produziertes Gedudel verbirgt.

Thematisch kreiert Paul Henning vorzüglich melancholische Momente, Situationen oder Gedanken. „Im Großen und Ganzen handeln wohl die meisten Songs auf der EP von einer Situation im Leben, von der an alles egal ist, oder nur noch besser werden kann.“ So erzählt die Ballade „Wenn du lachst“ von den Scherben einer Beziehung, während bei „Köpfe gegen Wände“ schon die ganze Welt in Scherben liegt.

Wer jetzt an selbstmitleidigen Depri-Kram denkt, liegt weit daneben, denn Henning schafft es, jeder ausweglos scheinenden Situation ein Paket Hoffnung vor die Tür zu legen. So ist auch der Titel „Lying On The Bathroom Floor“ zu verstehen: „Von dem Moment an wo man dort am Boden liegt, kann es eigentlich nur noch besser, beziehungsweise nicht viel Schlimmer werden, weshalb solche Momente auch schon wieder etwas positives inne haben.“

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Hotel Maywald - Hotel Maywald (2007)
(siehe auch Multilumpaband)
Hotel Maywald ist das frühere Projekt von Uli Albers, dem Mann hinter der Multilumpaband. Vier Songs, alles Instrumental. Tolles Cover-Artwork.

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Komakino Volkskunst Twins - Automatic For The Lovers (2007)
"Automatic For The Lovers" ist auch im übertragenen Sinne eine runde Sache geworden. Vier Tracks die sich ungeniert zum New Wave der alten Schule bekennen und atmosphärisch einfach nur überzeugen - nicht zu letzt durch den sympathisch-authentischen LoFi-Klang.

Die Grundstimmung ist düster, der Gesang meist anklagend im Hintergrund hallend, und die Drums klopfen konsequent das immer gleiche Muster. Die Gitarren sind angenehm verspielt, die Elektronik auf den Punkt platziert, und alles ist etwas reduziert. Mit diesen Merkmalen überzeugen sämtliche vier Titel, Ausfälle gibt es auf der "Automatic For The Lovers"-EP nicht.

Daher empfehle ich auch uneingeschränkt die Limited Edition mit Bonustrack und erweitertem Booklet. Diese Version ist auf 29 Exemplare begrenzt.

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CD, Preis: € 5,-
Limited Edition, Preis: € 7,-

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Martin Konvicka - Weiter
Wie der Titel schon impliziert, stellt „Weiter“ einen Zwischenstand dar, strebt aber gleichzeitig nach vorne, nach Veränderung. Diese Rastlosigkeit zieht sich seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn durch Martin Konvickas Schaffen: Schon 2002 verkündete sein Debüt „Neue Wege“ (damals noch als „Jackentasche“). Begeben wir uns also auf diese wieder neuen Wege und folgen „Weiter“.

Eines wird schnell deutlich: Diese Wege begeistern! Wir haben es hier durch die Bank mit Profil-starkem, mal kraftvollem, mal entspannt arrangiertem Indierock zu tun, der die eigene Gegenwart beleuchtet und reflektiert. Es geht mal nicht um die Leiden dieser Welt, sondern um die unmittelbaren, nahen Empfindungen. Der Alltag wird fasziniert zerpflückt und nicht als selbstverständlich betrachtet. „Ich weiß noch nicht wann, und ich weiß noch nicht wohin. Doch es geht weiter...“, verkündet Martin Konvicka nicht als Floskel, sondern als Erkenntnis.

Das Tocotronic-affine „Zeichen“ ist nicht nur Signal für die Notwendigkeit des Aufbruchs, es ist, mit seinem kraftvollen Sound und dem großartigen, spacigen Gitarren-Arrangement, auch das Highlight auf „Weiter“. „Ein gutes Ende“ träumt vom Ziel des Weges, dem Ideal die richtigen Entscheidungen zu treffen und Fehler zu vermeiden. An dieser Stelle lässt Martin Konvicka uns nicht im Regen stehen, denn dem Ende folgt „Ein neuer Anfang“. So gesehen durchläuft „Weiter“ zwei Zyklen, denn wir befinden uns erst in der Mitte der Platte. Doch ganz so durchkonzipiert ist „Weiter“ nun auch nicht.

Die Instrumentierung ist im Kern klassisch, wird aber ergänzt durch eine Handvoll Gastmusiker, die mit Trompete, Geige, Chello und Akkordeon Akzente setzen. Konvicka selbst spielt, neben Bass und Gitarre, auch Klavier, Synthesizer und Glockenspiel. Der Sound ist bodenständig, klar und räumlich zugleich. Auf „Weiter“ wurde auf breiter Front ganze Arbeit geleistet, der man anhört, dass es sich nicht um eine Wohnzimmer-Produktion handelt. Aufgenommen wurde dennoch in Konvickas Heimatstadt Wien. „Weiter“ ist definitiv ein Album zum verweilen.

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CD, Preis: € 9,95 €5,95

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Rou Lied - Die Wahrheit über Rou Lied (1998 - 2003)
Die ultimative Zusammenstellung: 27 Tracks aus dem Zeitraum 1998-2003.

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Rou Lied feat. Bränk Fleck - Die S.I.F.F. Radio Show (1999)
Die Aufzeichnung der einzigen je produzierten Show des Piraten-Senders "Radio S.I.F.F." - live on air aus einem Kombi, irgendwo unterwegs auf Deutschlands Autobahnen...

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Rou Lied - Sekundenschlaf (1999)
Auf diesem rein instrumentalen Konzeptalbum werden neun Themen miteinander verknüpft. So wurde bei den zum Teil ineinander übergehenden Parts bewußt auf eine Grenzmarkierung verzichtet - der Player zeigt nur einen Track. Neben kuriosen Titeln wie "Amnesie in Akaba" oder "Der Wille zum Hund" befindet sich auf "Sekundenschlaf" auch eine Hommage an die Pixies ("Black Francis").
bf

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CD, Preis: € 2,50

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Little Blind Benjamin - Visions of Vacuity (2010)
(siehe auch Ben Christopher)
Kinder, wie die Zeit vergeht: Fast fünf Jahre ist es nun schon her, dass Little Blind Benjamin - damals noch als „Ben Christopher“ - sein letztes Album vorgelegt hat. Inzwischen wurde die zunächst sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Bränk Fleck im „Amber“-Projekt ad acta gelegt, so dass der Soundbastler sich ganz auf die 15 Tracks von „Visions Of Vacuity“ konzentrieren konnte. Und das Ergebnis begeistert: Den Hörer erwartet gut eine Stunde unorthodoxer Musik zwischen Blues, Indie-Rock und 60’s-Psychedelic.

Die einstmals schwerverdauliche Mixtur von wilden bis chaotischen Lärmorgien und schwerelosen Ambient-Stücken ist sehr ausgewogenen Stimmungsbildern gewichen. Die Herangehensweise ist nach wie vor experimentell, hat jedoch deutlich an Hörerfreundlichkeit gewonnen. Auf etlichen Tracks dominieren akustische Gitarrenklänge; zumeist führt ein einfaches Blues- oder Rockthema zu letztlich überraschenden Ergebnissen. Klangtechnisch ist „Visions Of Vacuity“ ausgezeichnet, ohne den LoFi-Appeal einzubüßen, die Arrangements zeugen von akribischer Kleinarbeit. Die größte Überraschung ist vielleicht, dass Little Blind Benjamin sich erstmals der Sangeskunst zuwendet – und auch hier ohne Abstriche überzeugt.

Zu den Stücken: Im Opener „Night By Night Good Night“ scheint es eine Gruppe tibetanischer Mönche ins Mississippi-Delta verschlagen zu haben, während „Thank God I Don’t Care“ mit seinen echo-irrlichternden Stimmen tief im Fundus der 60er Jahre wühlt. Die psychedelische Grundstimmung ist auf „Visions Of Vacuity“ Programm: Echo, Hall, Glöckchen und Schellen allerorten - beispielsweise auf „Oh Sweet Confusion“, das zunächst zwischen Velvet Underground und den Beatles zu pendeln scheint und schließlich mit traumhaften Streichern ausklingt. „Fucked Up Glory“ klingt hingegen eher wie Donovan auf Acid und kann doch eine Nähe zum Brit-Pop nicht ganz verhehlen. „I Guess I’ll Never Wake Up“ kommt mit trägem Wellenschlag und schwebenden Chorstimmen schließlich gänzlich wie eine Traumsequenz daher.

Unter den Instrumentals ragen insbesondere „Great Fool Dead“ mit einem wiederum ausgefeilten Streicherarrangement und das zauberhaft verspielte „Yügen“ hervor. Zur härteren Gangart zählen Nummern wie „Railroad Earth“, ein über 10-minütiges Rock-Opus oder „We Two Ours One“- dreckige, wuchtige Gitarren, obendrauf eine fiepsige Orgel: Fertig ist der packende Indie-Knaller á la „Brian Jonestown Massacre“.

Im Direktvergleich zu früheren Arbeiten überzeugt „Vision Of Vacuity“ zunächst einmal durch das organische Soundbild: Der Einsatz vieler „echter“ Instrumente, Gesang und reichlich Percussion macht das Album zu einem sehr lebendigen und authentischen Hörerlebnis - Fälle wie „Perfective Stimulus Filtering“, in denen virtuelle Klänge einen allzu schematischen und künstlichen Eindruck hinterlassen, bleiben die Ausnahme. Zudem wartet Little Blind Benjamin diesmal mit starken Kompositionen auf, die oftmals ausgeprägte Ohrwurmqualität haben. Alles in allem ist hier ein spannendes, bisweilen überragendes Werk mit vielen Höhepunkten gelungen.
rou, Juni 2010

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Marshmallow Muschis - Catfight EP (2006)
Im Juni 2006 erschien mit "Catfight" der erste Tonträger des Punk-Trios aus Düsseldorf. Ganze sechs Titel haben auf der 10-Minuten-EP Platz gefunden. Neben ausgiebig live erprobten Stücken wie "Sex Appeal" oder "Dragons To Slay", sind auch die neueren Tracks "Kitties In The Backyard", sowie das Highlight "Gordon" vertreten. "Absolutes Glücksgefühl" und "Suizid" (eine kleine Kostprobe: "Suizid mit deinem Glied / Töte mit den Klöten / Erhänge mit den Samensträngen") machen die Sache rund. Diese ersten Studioaufnahmen der Band klingen schön organisch und überzeugen.
bf

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Multilumpaband - Multilumpaband (2009)
(siehe auch Hotel Maywald)
Nach „Hotel Maywald“ liegt mit „Multilumpaband“ jetzt bereits das zweite Solowerk des Modulator-Bassisten Ulrich Albers vor. Seiner musikalischen Linie ist er treu geblieben: Klassische Songstrukturen sucht man auch hier vergebens, die Stücke kommen mit einem Minimum an Akkordwechseln aus und sind dennoch ungeheuer abwechslungsreich. Multiinstrumentalist Albers webt aus Drums, Bass, diversen Gitarren und Keyboard-Unterstützung komplexe, gern auch raffiniert verschachtelte rhythmische Muster.

Die Musik entwickelt sich quasi evolutionär über Variationen und Modulationen eines Grundthemas, betritt aber immer wieder neue Räume: So mündet etwa auf „Mäuler“ ein genialisch-schräger, über nervösen Untergrund hastender Gitarrenlauf in ein beinahe lyrisches Klanggeflecht. Durch die verschiedenen, sich teilweise kontrastierenden Parts entsteht der Eindruck von epischer Breite: Die Tracks erzählen Geschichten und kommen dabei gänzlich ohne Worte aus. Dass Albers Tortoise und Can als wichtige Einflüsse nennt, passt ins Bild; bisweilen kann man sich aber auch an King Crimson, Be Bop Deluxe oder gar Helmet erinnert fühlen.

Aufnahmetechnisch ist „Multilumpaband“ keineswegs perfekt, sondern kommt in bester LoFi-Manier etwas rumpelig daher. Das tut dem hervorragenden Gesamteindruck allerdings keinen Abbruch, denn die Stücke sind durch die Bank clever gebaut und eröffnen ein eigenes kleines Universum an Klangfarben und Stimmungen.
rou

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CD, Preis: € 2,-

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Jo Nathan - Somebody Loves You (2005)
Jo Nathan, die eine Hälfte von "nullacht99", legt nun eine Soloplatte vor: "Somebody loves You" stellt die "Essenz dessen dar, was sich so über die Jahre angesammelt hat", sprich von 2001 bis jetzt. Die Sammlung enthält sehr persönlich wirkende Stücke über Beziehungen und Bedrückungen, größtenteils mit akustischen Gitarren eingespielt. Einiges läßt sich in der Slow-Folk-Ecke ansiedeln, der Gesang ist ruhig und zurückhaltend, die Grundstimmung melancholisch.

Bisweilen wird das zur Eintönigkeit neigende Farbgefühl "Grau" aufgelockert ("It's Gone But It's OK"), es gibt wunderschöne Instrumentals ("Try"), kurze Intermezzi mit spärlichen Effekten und ab und an eine verzerrte Gitarre ("Dark", "My Funeral Speech"). Wo mehrere Gitarren zusammenwirken wird der typische raffinierte nullacht99-Sound hörbar, insgesamt ist das Solowerk von Jo Nathan aber stimmungsmäßig noch eine Spur trostloser.

Auf dem Label findet sich der Hinweis: "Please listen to it in the right mood" - dies vorausgesetzt kann "Somebody Loves You" den geneigten Hörer weit hinaus tragen.
rou

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CD, Preis: € 5,-

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Nino Nexo (2006)
Neuerdings bietet Nino Nexo seine Songs auch auf einem Silberling an, der regelmäßig um neue Tracks erweitert werden soll. Derzeit umfaßt die namenlose CD schon satte 26 Titel (Stand: März 2006), darunter die Online-Veröffentlichungen "Taikonauten-EP" und "Der hochsommerliche Wahnsinn".

Hinzu kommen neue Stücke aus 2006, aber auch fünf ältere Songs (2003), die offenbaren, daß die ganze Nexo-Familie äußerst musikalisch ist: Da stehen die Nexo-Brüder an Gitarre und Bass, Vater und Mutter Nexo bearbeiten das Schlagwerk, Nino singt. Das Ganze klingt ein wenig nach Hamburger Schule, zumindest aber nach Indierock und ist mitunter sogar recht gut ("Ganz im Vertraun").

Es geht noch weiter: Zu guter Letzt hat Nino auf die CD fünf Remixe, bzw. Alternativ-Versionen seiner Hits draufgepackt ("Das ist geplatzt", "Der Hase ist flink", "Ich muß grad an was ganz bestimmtes denken", u.a.). Damit gibt es Nexos gesammelte Werke jetzt für'n schlappen Fünfer!
bf

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CD, Preis: € 5,-

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nullacht99 - Rocker (2003)
Schon das sehr gelungene Debüt "happy daze" (2001) beeindruckte die LoFi-Redaktion, jetzt präsentieren nullacht99 ihre neue 6-Track CD. Die Musik, eine betörende Melange aus traurigem Slow-Folk und klassischen Independent-Sounds wirkt stilistisch gefestigter, die Stimmung einheitlicher. Der wunderbare Opener "voices" kommt verhalten und getränkt mit leiser Melancholie daher, ein kleines Meisterwerk. "letitrain" erinnert wieder stark an "happy daze", man scheint The Cure in ihrer depressiven Phase zu lauschen.

"lone Star", die einzige Nummer, die man unter upper-midtempo einordnen könnte, könnte auch eine kleine Independent-Hitsingle abgeben und weist auf das enorme musikalische Potential der Band. "RMX" und "second hand smoke" führen in stille, farblose Weiten - Musik, die sich auf's Verstummen zubewegt. Insgesamt ein in sich geschlossenes und stimmungsvolles Werk, der ideale Soundtrack für nebelige Herbsttage und einsame Nächte.
rou

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CD, Preis: € 6,-

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nullacht99

nullacht99 - happy daze (2001)
Die sechs Titel von "happy daze" bestechen durch atmosphärische Dichte und entspannte Intensität. Das Grundtempo der gitarrenbestimmten Songs ist verhalten, die Akkordfolgen tendieren zur Monotonie, und doch ist es dann jedesmal schade, daß sie so schnell zuende sind, denn die depressiv angehauchten Klang- und Stimmungsbilder von "happy daze" entwickeln schnell hypnotische Qualitäten.
Persönliche Favoriten sind "MrBush3", das in etwa so klingt, als sänge Robert Smith bei den frühen My Bloody Valentine und das über zwölfminütige (gut - nicht so schnell zuende) "at_last", das im zweiten, quasi als hidden track angelegten Teil gar an selige Can-Zeiten erinnert...
rou

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CD, Preis: € 6,-

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Sad Moon - Snow White (2005)
Im schnuckeligen Kleinformat liegt mit "Snow White" nun der Vorbote zum kommenden Longplayer von Sad Moon vor. Das Titelstück gibt es zwar auch im MP3-Bereich von LoFi-Lab, die CD kommt aber als 2-Track-Single mit einer neuen Version des Stückes "Last Year's Storms" von 2004. Zudem steckt die Disc in einem handgemachten Pappcover.
bf

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CD, Preis: € 4,-

 

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The Scavengers - Life's Too Short For Rock'n'Roll (2003)
Nun liegt er vor, der Nachfolger vom 1999er "Paradise" - und er überrascht! "Life's Too Short for Rock'n'Roll" heißt das Werk; und während der Titel - für sich betrachtet - vielleicht noch etwas plakativ daherkommt, wird der geneigte Hörer schnell feststellen, daß Scavengers-Kopf Frank Gerrits es durchaus ernst meint: Hier wird nicht gekleckert! Die Scheibe ist hochdosierter Rock'n'Roll in bester Tradition, verfeinert mit Pop-Elementen und komprimiert auf 50 Minuten, für alle Musik-Junkies, die nie genug haben können.

Neben aktuellen Kompositionen, greift Frank diesmal auch auf Songs aus der Anfangsphase der Band zurück, die nun nach rund 13 Jahren erstmals das Licht der Welt erblicken. Darunter auch das, unter Hochspannung stehende "Go! Stop! Go! Stop!", welches zweifellos zu den Highlights der Platte gehört. Aber auch Titel, wie das balladeske "Then I Kissed Her", "Stars" oder der Opener "Wheels Turning", lassen keine Wünsche offen. Weiterhin stammen unüberhörbare Einflüsse unter anderem von Wire, Adam Ant oder den Teens.

"Life's Too Short for Rock'n'Roll" ist wesentlich runder und ausgereifter als sein Vorgänger. Dennoch knüpft das aktuelle Werk dort an, wo "Paradise" endet und unterstreicht mit satten, coolen Gitarren, kraftvollen Drums und seinen charismatischen Vocals den typischen Scavengers-Sound. Hinzu kommt eine verblüffend glasklare Produktion, die mühelos sämtliche Grenzen zwischen Homerecording und Studio-Aufnahme verfließen läßt. Wo "Paradise" noch vereinzelt Defizite aufweist, setzt "Life's Too Short..." auf breiter Ebene neue Maßstäbe! LoFi-Lab rät: Schnell anhören, bevor es zu spät ist!
bf

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CD, Preis: € 5,-

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Slough - Slough EP (2005)
Die 4-Track-EP startet mit „The Answer“, einer augenscheinlich angeschrägten und leicht unterkühlten Ska-Nummer, die sich dann jedoch zu vielschichtigem Rock auswächst und mit fulminanten Gitarren-Akkorden endet. Während „Fate“ mit seinen sägenden Sologitarren dem klassischen Indie-Rock am nächsten kommt, bietet „Thoughts About“ ein reizvolles Wechselspiel von brettharten und sphärischen Parts, der Rhythmus schleppt sich mit depressiver Schwere dahin. Zum guten Schluss erweist sich „Little Astroman“ dann als Musterbeispiel für komplexes und packendes Songwriting. Fazit: Slough pflegen einen sehr eigenen Stil, die 2005er Demos sind spannend und abwechslungsreich konzipiert. Bisweilen fühlt man sich an die Pixies oder Joy Division erinnert – und das ist hier tatsächlich kein Widerspruch. Hier sind zwei Köpfe am Werk, die äußerst anspruchsvoll agieren – bitte mehr davon.
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CD, Preis: tba

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Superbeta - Die Stadt EP (2010)
„Die Stadt“ erzählt, wie der Titel schon sagt, von Geschichten, Gedanken und Gefühlen aus der Großstadt. „Das Fest“ ist eine Ode an das Miteinander und die Befreiung aus gesellschaftlichen Fesseln aus Unmut und Hass. Mit gelungener, metaphorischer Lyrik erzählt „Die Stadt (am Meer)“ von einem Streifzug durch die nächtliche Großstadt. Geschärfte Sinne und die Wahrnehmung der manigfachen Reize werden hier hervorgehoben.

Einen Schritt weiter geht „Die Stadt (und ich)“, oder: die Stadt am Tage. Die Reize werden zur Reizüberflutung, man wird überrollt von der Hektik des Großstadt-Wahnsinns. Musikalisch erinnern Superbeta hier, passend zum Thema, an das hyperaktive Songwriting der Goldenen Zitronen. Ansonsten ist dem Trio aus Berlin eher der Einfluss von Blumfeld und Kante zu deren Anfangszeiten anzuhören.

„Die Stadt“ kommt mit fünf Titeln, die nicht nur durch ihr solides Songwriting im Stile moderner deutscher Rockmusik überzeugen, sondern gleichermaßen auch durch die intelligenten, poetischen Lyrics aus der Feder von Michael Enslein.
bf

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CD, Preis: € 5,-

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Tensalomi - Stay Stay (2010)
Gut Ding will Weile haben – aber wer hätte gedacht, dass es so lange dauert? Schließlich sind seit dem letzten Output der Österreicher (Kernbesetzung: Songwriter Bernhard Riegler, Werner Jirosch und Martin Lenzelbauer) fast vier Jahre ins Land gegangen. Aber wer wird schon meckern, wenn ein wahres Folk-Pop-Juwel wie „Stay Stay“ dabei herauskommt. Mit „LoFi“ hat das neue Album allerdings nicht mehr viel zu tun, denn klanglich bleiben keine Wünsche offen, was auch dem Wiener Produzenten Maciek Dabek zu verdanken ist, der hier wiederum Hand anlegte.

Zunächst fällt jedoch das aufwändige Artwork des Papp-Covers ins Auge: Öffnet man „Stay Stay“, klappt sich eine räumliche Bahnhof-/Abschieds-Szenerie auf: 3D einmal ohne lästige Brille. Das Bahnhof-Thema dient dann auch dem liebevoll gestalteten Booklet als roter Faden.

Doch sind Tensalomi denn nun ihrem erklärten Ziel, dem „perfekten Popsong“, näher gekommen? Auf die Antwort muss nicht lange gewartet werden, denn die gibt schon der Opener „Roll Roll / Stay Stay“ – und das gleich wie eine kräftige Ohrfeige: Man kann eigentlich nur den Kopf schütteln, die eigene Gänsehaut registrieren und murmeln: „Das ist perfekt!“ – eine hitverdächtige Komposition, mit perlenden Gitarren und harmonischem Background-Gesang wunderbar luftig arrangiert. Ok, nochmal hören...

Es hat sich unüberhörbar ausgezahlt, dass Tensalomi für die Aufnahmen zu „Stay Stay“ wieder auf einen Pool befreundeter Musiker zurück greifen konnten. Gerade die vielseitige Instrumentierung verpasst den ohnehin schon vorzüglichen Stücken oft den letzten Schliff. So sorgt das Akkordeon auf „Will Sampson“ für einen sachten melancholischen Anflug, während „Comfort With A Smile“ erst durch die dezente Hammond-Orgel den richtigen Schmelz erhält. Derlei behutsam gesetzte Akzente ziehen sich durch das gesamte Album: Mal wagt sich ein Klavier hervor, dann ein Cello oder ein Kontrabass.

Bleibenden Eindruck hinterlässt auch Gastsängerin Irene Strasser – ob im Duett mit Bernhard Riegler oder solo („Rereplaced“). Ohne diese Stimme würde „Stay Stay“ etwas fehlen, doch glücklicherweise fehlt hier eben rein gar nichts – auch wenn das Album natürlich nicht durchgängig perfekt ist. An perfekten Momenten herrscht jedoch kein Mangel.
rou

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Tensalomi - Tensalomi EP (2006)
Die erste Überraschung erwartet einen schon nach dem öffnen des Päckchens: Die CD ist gebettet in einem äußerst schicken und aufwendigen, handgemachtem Cover, wie ich es so noch nie gesehen habe. Collegeblock-artig zusammengeheftet, blättert man die Seiten des Booklet durch, abwechselnd aus bedrucktem Plastik, weißem und rotem Papier, und für Stabilität sorgen Vorder- und Rückseite, die aus Pappe sind - ein Digipak ganz eigener Art.

Sollte man es dann geschafft haben, die CD unbeschadet aus ihrer Halterung zu bekommen - was wahrlich nicht ganz einfach ist -, geht der Spaß erst richtig los: Der selbstbetitelte Nachfolger von "Your Ultimate" (2004) besticht durch runde, flockige Folk-Popsongs, die nur darauf warten, den jungen Frühling zu untermalen.

Das entspannte "Andy" kommt mit feinem Ohrwurm-Refrain in bester Belle & Sebastian-Manier und zuckersüß begleitet von Julia Zohmanns B-Vocals, die glücklicherweise auch auf "Replaced" zu hören sind, einer amerikanisch geprägten Summer-Sunny-Popnummer mit Solo von Martin Gal auf der Hammond-Orgel. Unscheinbarar kommt das finale "So Good To Be Desired" daher, das nur langsam seine Wirkung entfacht, dann aber mit dosiertem Gitarrenpop überzeugt.
bf

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Tensalomi - Your Ultimate (2005)
Die Homerecording-Band "Tensalomi" aus Wien, hat Ende März 2005 mit "Your Ultimate" ihr zweites Album abgeliefert. Stets darauf bedacht handgemachte Musik zu produzieren, entstand 2002 ihr Debüt "The Lo-Fi Explosion", damals noch geprägt von rauhem LoFi-Sound. Das sollte sich mit "Your Ultimate" ändern, weshalb man eigens für die Produktion und das Mastering den Wiener Tontechnik-Studenten Maciek Dabek an Bord holte, der dem Album seinen letzten Schliff gab.

Das Ergebnis ist ein akustisch geprägtes Pop-Album mit meist luftigen Gitarren und relaxten Percussions. Die Ausnahme bildet hier das düstere "Final Masterplan".

Im Mittelpunkt von Tensalomi steht Songwriter, Gitarrist und Sänger Bernard Riegler, der zusammen mit Werner Jirosch (Gitarre) die Kernbesetzung der Band bildet. "Zur Zeit der Albumaufnahme bestand die Besetzung aus Julia Zohmann, Irene Strasser und Benedikt Strasser. Sie unterstützten uns dabei mit Bass, Cello, diversen Percussions, Glockenspiel und noch einigen mehr akustischen Überraschungen.", so Riegler.

"Die Aufnahmen zu 'Your Ultimate' entstanden im August 2004 in einem abgelegenen Dorf in den Bergen Tirols. Dort wurde während zwei Wochen an dem Grundgerüst zu den sieben auf dem Album vorhandenen Songs gearbeitet." Gitarren und "rhythmische Finessen" wurden dann zu Hause in Wien aufgenommen, um anschließend für die Gesangsaufnahmen ein weiteres Wochenende in den verschneiten Bergen Oberösterreichs zu verbringen. Dabei wurde Bernhard auch von Irene Strasser und Julia Zohmann als Duett-Partnerinnen unterstützt.

Tensalomi legen mit "Your Ultimate" ein gelungenes Folk-Pop-Album mit Liebe zum Detail vor. Die CD kommt in professioneller Ausstattung mit Falt-Booklet und Songtexten.
bf

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Tjian - Schlacksy!!! (2009)
Und wieder schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen: Der musikalische Irrsinn muss in Nürnberg Zuhause sein! Schon der Titel des neuen Tjian-Machwerks ist eine Klasse für sich: Mit "Schlacksy!!!" haut uns der LoFi-Poser jetzt erneut einen bunten Strauß skuriller Einfälle um die Ohren.

Wer den Werdegang dieses Daniel Düsentrieb des Gitarrenpop verfolgt hat, weiß, dass der Wahnsinn Methode hat: Ausgehend von einer einfachen, aber immer schrägen Grundidee kombiniert Tjian scheinbar unpassende Elemente, mixt diverse Stile wild durcheinander und kocht aus dieser musikalischen Ursuppe ein erstaunlich bekömmliches LoFi-Gericht.

"Sleeping Bag (The Cinimini Song)" startet mit billigem Elektrogedudel und wächst sich unter zweistimmigem Gesang, viel Geblubber und Gescratche schließlich zu einem hoppelnden Anti-Reggae aus. Fröhlicher und liebenswerter als auf "I Hate You" wurde indes wohl noch nie gehasst. Die schmissige Indie-Pop-Nummer "Never Take The Drugs Your Mom Gives You" weckt hingegen den Verdacht, dass hier jemand diesen gut gemeinten Rat nicht beachtet hat - das Ganze klingt wie Pavement im Hustensaft-Rausch.

"Schlacksy!!!" ist nicht mehr so Rhythmus-orientiert wie der gleichermaßen exzellente Vorgänger "People Who Look Good...Sometimes", hat aber mit "Robot Dolls" und "Open Mic Night" wieder Nummern im Programm, bei denen schon die Drum-Spur alleine mitreißt. Dazu noch dieser unnachahmliche, sehr bestimmt alle Melodieseligkeit meidende Gesang, eine gehörige Portion Gefiepe und Gesummse: Fertig ist das ideale Muttertagsgeschenk für alle durchgeknallten Muttis.
rou

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Tjian - People Who Look Good...Sometimes (2007)
Schon sein 2005er Output "Fantasy Joys" hatte die LoFi-Redaktion zu unkontrollierten Begeisterungsstürmen hingerissen - jetzt legt der "New LoFi Poser" aus Nürnberg, verstärkt von seinen "Broadway Babies" ein frisches Machwerk vor. Und verblüfft uns mit "People Who Look Good...Sometimes" erneut: Parodiert der Mann jetzt "They Might Be Giants"- oder was hat er vor? Und hat er überhaupt was Bestimmtes vor? Oder purzeln diese schrägen Ideen einfach so raus?

Das Tjian-Universum wabert nach wie vor in kreativem Chaos, eiert mehr als es kreist und stößt den Hörer immer wieder auf die eine entscheidende Frage: Was zum Himmel ist das?! Der Spassfaktor hat im Vergleich zu früheren Stücken nochmals zugelegt, verstärkt kommen jetzt Samples und allerlei elektronische Spielereien zu haarsträubendem Einsatz. Das rhythmische Fundament ist ausgefeilter - und holpert dabei noch eine Spur eigenwilliger daher.

Tjian schlingert irgendwo zwischen Gitarrenpop, experimenteller Schräglage und Kinderlied durch die acht Songs des neuen Albums, scheut sich nicht, unvermittelt von Rap zu minimalistischem Sambagedudel überzugehen ("Cowboy Convention") und liefert nebenbei auch wieder in Gimmicksounds gekleidete eingängige Songperlen ("How They Killed Art") ab. Titel wie "We Could Grill A Snowman" vermitteln einen Eindruck davon, wohin das Ganze textlich geht...

Es bleibt festzuhalten: In unseren Breiten gibt es nichts mit Tjian Vergleichbares. "People Who Look Good…Sometimes" ist ein kurzes aber äußerst vergnügliches Unterfangen, geeignet zum Schunkeln, Zappeln und Sich-Wundern. Wiederum also Höchstnoten für Originalität, Kreativität und Witz.
rou

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Tjian - Fantasy Joys (2005)
"Fantasy Joys" klingt sehr britisch, was bei den von Tjian genannten musikalischen Einflüssen (Blur, Beatles, Kinks) nicht verwundert. Perfektion ist verpönt, das Ganze ist sehr LoFi, oft ziemlich schräg, dabei aber ungemein groovy und experimentierfreudig, es fiept und quietscht an allen Ecken und Enden. Skurrile Textideen tun ihr übriges. Der Titeltrack der EP fungiert als Intro und kommt mit gesampelten Harmonien á la Beach Boys daher; mit "Sunday Morning Afternoon" folgt eine köstlich-schräge Uptempo-Folkpop-Nummer.

"Flamingo Tragedy" erzählt von allzu bunten Musiklehrerinnen und begeistert durch den unwiderstehlich hoppelnden Refrain. In "Menkind Will Die" kommentiert Tjian männerfeindliche Lesbenflyer und kreuzt klassischen Beat mit jazzigen Pianoklängen. Nach einem netten, aber unspektakulären Instrumental (The Antz In My Underpants) folgt schon der nächste Höhepunkt: Im wunderbar schrammeligen "Hemp Perfume" macht sich Tjian über den erstaunlichen Esoterikmüll in manchen Köpfen lustig: "The Scientologist there with his smiling cheese loves you and your tofu dog"...

Aber es geht noch bekloppter, schließlich gibt es noch die entspannt-soulige Ballade vom heimtückischen Mord an einem Gartenzwerg, die Max Mutzke niemals singen wird (The Dwarf In My Garden), einen äußerst merkwürdigen, von Banjoeinlagen und lyrischen Passagen zerrissenen Rap (Monkey Cop) und, bevor die EP mit einem ruhig-schwebenden Barblues ausklingt (My Mannequin), noch ein kleines fetziges Kabinettstückchen (A World For Psychologists). Fazit: "Fantasy Joys" ist vollgestopft mit kreativen Einfällen, reizvoller Musik - und macht wirklich Spaß.
rou

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CD, Preis: € 5,-

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Youth Agent - Telling Stories From The Diner (2006)
Rotzige E-Gitarren stehen im Vordergrund und rocken sich im Stooges-Style durch den "Party Song". "Pussy Food" hat den Charme einer alten Lou-Reed-Ballade, und lässig bis collegerockig begeistert das hitverdächtige "Fasten Seatbelts".

Neben den Eigenkompositionen finden sich auf "Telling Stories From The Diner" auch drei brillante Coversongs: "Suitcaseman" (Daantje & The Golden Handwerk), "This Has Blown Up" (Nino Nexo) und "Jesus And The Butterbread Prince" (Olstar). Unter'm Strich hat Youth Agent uns ein stattliches LoFi-Paket geschnürt, das herausragt und rockt, wie es rocken muß! Meistens kommen Youth-Agent-Songs mit Gitarren und Schlagzeug aus. Erfreulich ist dabei, daß Charis die Drums nicht etwa programmiert, sondern höchstselbst per Drumkit einspielt.

Auch über die Zeit nach "Telling Stories From The Diner" hat Charis sich schon Gedanken gemacht: "Danach mach ich vielleicht 'ne 'Youth Agent - Playing Classic Rock'n'Roll and Surfmusic - The LoFi Way!'." Wir sind gespannt!
bf

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CD, Preis: € 4,-

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